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Ruperti-Pokal in Waging 28.10.2017

Zum Saisonschluss über die lange Strecke auf dem See zu Waging zeigten die Ruderer noch einmal ihre Qualitäten.

Es war nicht ganz klar, ob das Rennen überhaupt stattfinden sollte, war Unwetter vorhergesagt. Die Teilnehmer reisten nach Freigabe an und konnten wie geplant in mehreren Blöcken starten.

Mit dem im vorigen Jahr in Betrieb genommenen Gig-Achter zeigten die Kaufering Masters-Ruderer (sog. Alt-Herren-Ruderer) Dr. Hans Härtl (47), Jan Hase (50), Manfred Huber (51), Thomas Schindele (50), Michael Waidhauser (61), Ingolf Wunderlich (63), Martin Breitschaft (54) und Ulrich Wallenda (71) (Durchschnittalter 55,6 Jahre) und mit Steuermann Robin Hase allen anderen gestarteten Mannschaften deutlich die Heckseite. Über insgesamt 18 km führte die Strecke erst zum östlichen Teil des Sees (Waginger See) und dann nach einer Wende zurück, unter einer Straßenbrücke hindurch zum Westende (Tachinger See). Nach einer zweiten Wende dort, ging es zum Startpunkt etwa in der Mitte des Sees zurück. Gleich nach dem Start konnte sich die Achtermannschaft langsam von den anderen fünf Booten absetzen. Da eine Wende mit dem 18 m langen Boot nicht so einfach ist und viel Zeit benötigt, kamen die Gegner schon an die Wendeboje heran, als die Kauferinger ihre Wende noch nicht ganz beendet hatten. Die Ruderer vom Lech konnten den auf den ersten vier Kilometern erkämpften Vorsprung aber halten und auf der langen Strecke stetig ausbauen. Bei der Brücke und dann bei der zweiten Wende lagen schon einige Minuten zwischen dem führenden Boot und dem Nächsten. Starker Gegenwind und Wellen von beträchtlicher Höhe auf dem mittleren Teil waren zu bekämpfen. Manch ein Ruderer blieb dabei auch einmal mit dem Ruder hängen. Doch der Steuermann motivierte die Mannschaft immer wieder und strapazierte dabei seine Stimme bis zum Bruch. Die Auswertung brachte einen klaren Sieg nach absoluter Zeit von 01:16:44 Stunden. Leider reichte es nicht nach berechneter Zeit (hier gibt es einen Bonus für das Durchschnittsalter der Ruderer und die teilnehmenden Damen). Eine Renngemeinschaft aus Würzburg und München hatte hier die Nase vorn, da eben dort einige Damen mit im Boot saßen.

Ein weiterer Doppel-Vierer mit Stm. des RCLK war am Start, konnte sich aber gegen die Konkurrenz bei fast 20 Startern leider nicht durchsetzen. Neu in diesem Jahr war als letzter Starterblock die Wanderruderfahrer, die sich noch Kilometer für dieses Jahr sammeln und auch das schöne Fest nicht entgehen lassen wollten, schließlich ist es das letzte Rennen in dieser Saison. Zudem liebt man als Outdoorsportler die leuchtende Farbenpracht, mit der die Laubbäume die Seen umsäumen.Auf dem Rückweg vom Waginger See, um dann den zweiten Teilabschnitt, den Tachinger See, zu berudern, wurde der Wind stärker, das Wasser unruhiger, das Vorwärtskommen langsamer. Auf der Höhe des Starts, dem Eingang zum Tachinger See, wurden jedoch die Wanderruderfahrer zum Anlanden empfohlen wegen Sturmwarnung. Ein Gedränge am Rudersteg, die großen Wellen und der starke Wind machten ein Warten vor dem Steg zur steuertechnischen Herausforderung.
Das Wichtigste jedoch trotz sportlichem Ehrgeiz, dass Niemand und Nichts zu Schaden kam und das Fest noch schön ausklingen konnte.
uwa + aki

 

 

Auf dem Weg zum Ruderolymp?

Anfang 2015 wurde Theis Hagemeister als größtes Talent und Ausnahme-Ruderer im Juniorenbereich des RCLK interviewt. Das war vor der Qualifikation für die Teilnahme an der Juniorenweltmeisterschaft in Rio. Diese hat damals nicht ganz geklappt.

Wie ist es bei Theis sportlich weitergegangen? Was haben die zwei Jahre (2016/2017) iSenioren-B-Bereich gebracht?

Einige Einblicke in seine Sportlerkarriere gab der Kauferinger Ruderer bei einem Gespräch im Ruderklub im vergangenen September:

Schon die Saison 2015 verlief für Theis trotz verpaßter WM-Chance recht positiv. Dank seines (auch) niederländischen Passes und durch Vermittlung des Würzburger Trainers Falko Kamphuis fand Theis Anschluss an die holländische Jugendnationalmannschaft. Dort trainierte er mit der Achtermannschaft, die in Rio Juniorenweltmeister wurde. Beim Coupe de la Jeunesse im ungarischen Szeged (im Team Holland II) und beim Basel Head ( im Weltmeisterboot) war er dann im U19-Achter erfolgreich.

2016, das erste Jahr als Senior B, brachte Theis weiter deutlich voran. Vor allem wenn man berücksichtigt, dass der Übergang von den Junioren zu den Senioren als besonders schwer gilt. Mit seinem Skullpartner Hans Roth vom Münchene Ruder und Segel Verein „Bayern“ errang er tolle Erfolge: So ein Sieg in Ottensheim/A im Senior-A-Doppelzweier gegen starke internationale Konkurrenz und die gesamte Österreichische Spitze.

Im A-Finale der Deutschen Meisterschaft stand trotz des Startes in einem Ersatzboot (BOOT MIT SCHADEN und widrige Bedingungen in der Vorbereitung) ein 4. Platz zu Buche. U.a. gegen Athleten wie Tim Ole Naske, der 2017 Jahr für den DRV das Finale der Ruder-Weltmeister-schaften in Saratoga/Florida erreichen sollte.

Bei Trainingslehrgänge und mit Starts auf Regatten in Holland blieb Theis 2016 im Blickfeld der dortigen Auswahltrainer. Sicher auch wegen doch zu geringer Präsenz vor Ort fand er aber für ein Auswahlboot der Holländer keine Brücksichtigung. Zwischen Kaufering und Amsterdam zu pendeln, ist für einen Schüler leider nicht dauernd machbar.

Das zweifellos überragende Ergebnis im Ruderjahr 2017 war der 2. Platz (U23) im Einer bei den Niederländischen Kleinbootmeisterschaften. Wesentlich dazu beigetragen hatte, so Theis, das Coaching durch einen international erfolgreichen Rudertrainer, zu dem er durch seine Trainingspartnerschaft mit dem MRSV fand. Theis meint, dass er dadurch seine Rudertechnik noch einmal deutlich präzisieren konnte. Er empfindet das Training selbst nun stärker als wichtige Motivation. Er kann „das Gefühl übers Wasser zu fliegen genießen“, erfährt Leistungssteigerung (auch z. B. auf dem Ergometer) als Erfolgserlebnis, das die damit verbundenen Anstregungen in der Hintergrund treten lässt.

Die weitere Wettkampfsaison 2017 entsprach so nicht Theis´ Vorstellun-gen. Eine Erkrankung brachte Trainingsrückstand und der hohe finan-zielle und zeitliche Aufwand verhinderte Trainingsaktivitäten außerhalb Kauferings – zumal Theis parallel zum Sport auch das Fachabitur an der FOS Landsberg ablegte.

So ganz nebenbei“ aber hielt Theis dann bei den Bayerischen Meisterschaften die Fahne des RCLK hoch: Dreimal stand er auf dem Siegertreppchen – im Einer, im Riemenvierer in Renngemeinschaft mit der RG München v.1972 und im Achter in Renngemeinschaft mit der RGM und dem Regensburger Ruder Club. Einen dreifachen bayerischen Meister im Seniorenbereich gab es bis hahin im RCLK noch nie!

Wie geht es nun weiter, wie sieht die persönliche und ruderische Perspektive für Theis aus, wie ist der Plan?

Für 2018 steht an erster Stelle ein guter Abschluß des Allgemeinen Abiturs. Das ist ein hoher Anspruch, zumal er auch weiter auf sehr hohem Niveau trainieren will! Theis´ Stichworte dazu sind klares Zeit- und Trainingsmanagement für ca. 600-800 Minuten Training in einer Standardwoche (in der Wettkampfvorbereitung und bei Trainingslehr-gängen wird das bedeutend mehr), plus Schule mit Abivorbereitung, plus Arbeiten, um sich seinen Sport leisten zu können.

Dazu eine Zwischenfrage: Was heißt arbeiten?

Tatsächlich schafft Theis neben Schule und Sport noch als Aushilfe in einem Restaurant. Mit Nebenjobs hat er sich wesentlich auch seinen Traum von einem eigenen Renn-Einer von Empacher erfüllt. Rudersport ist eben leider einer, bei welchem man Geld mitbringen sollte und nicht verdienen kann. Und ein kleiner Verein wie der RCLK lebt fast aus-schließlich von Beiträgen seiner Mitglieder. Das macht es schwer, Aus-nahmesportler angemessen zu unterstützen.

Dennoch wird Theis mindestens bis zu einem später angepeilten Studium dem RCLK die Treue halten.

Zurück zum Training: Z.Z. trainiert Theis nur zu einem kleinen Teil auf dem Wasser. Warum?

Zum einen wird ihm bescheinigt, dass er rudertechnisch auf hohem Niveau steht und motorisch/feinmotorisch recht begabt ist. Auch empfindet er beim Bootstraining auf dem Lech viele störende Faktoren, wodurch ihm zu wenig der direkte Fortschritt signalisiert wird. Das hängt auch damit zusammen, dass er im Club keinen wirklich starken Trai-ningspartner auf dem Wasser hat.

Das direkte Feedback „wie bringt mich das Training voran?“ ist ihm starke Motivation.

Die Themen „Wecken der Begeisterung für den Sport, Motivieren der jungen Sportler zum zielstrebigen Trainieren liegen Theis auch für den RCLK-Nachwuchs am Herzen. Schließlich hat er selbst hier seine ruderische Grundausbildung erfahren. Die Trainer müssen befähigt werden, die Kinder und Jugendlichen für den Sport zu begeistern. Begeistern für Freude an der eigenen Leistung, den Leistungsvergleich mit den Sportkameraden. Eine solche Atmosphäre zu schaffen, sieht er als vordringliche Aufgabe. Und: Nicht nur einfach Rudern zu lehren, sondern eine wirklich gute Rudertechnik zu vermitteln und dies als ständige Aufgabe zu sehen (damit s.o. „das Gefühl, über das Wasser zu fliegen“ erlebt werden kann. Die Faszination Rudern entsteht).

Theis wünscht sich für die Zukunft weiter die Wertschätzung seines Engagenemts für den Rudersport, seiner Leistungen, die er im Trikot des RCLK erbringt. Vielleicht auch mehr konkrete Unterstützung, z.B. den Erwerb von Hochleistungsskulls für seinen Einer oder eines modernen Rudergerätes, welches dann natürlich allen ambitionierten Sportlern zur Verfügung stünde.

Es bleibt, Theis Hagemeister alles Gute für ein super Abi und eine starke Rudersaison 2018 zu wünschen – damit er weiter zielstrebig seinen Weg zum „Ruderolymp!“ geht.

Ingolf Wunderlich

Prienathon 2017

„Prienathon“ auf dem Chiemsee – eine feste Größe im Regattaplan der Langstreckenruderer des RCLK

Mit der letzten Regatta im Voralpencup für Gig-Doppelvierer sollte der Sieg 2017 klar gemacht werden. Ein paar kleine Pünktchen lagen die Kauferinger nach drei Rennen (Mühldorf, Herrsching, Kaufering) vor der Crew aus Rosenheim. Wir waren auch richtig gut drauf und mit furiosem Start schnell an der Spitze des gesamtem
Feldes von über zwanzig Booten. Leider kam es aber anders als erhofft. Und trotzdem sind die Kauferinger Ruder-Masters Dr. Hans Härtl, Jan Hase, Martin Breitschaft, Ingolf Wunderlich und Steuer-mann Samuel Hase mit sich und ihrer Platzierung einverstanden und mit bester Laune aus Prien abgereist. Wir haben am Chiemsee wieder eine tolle Regatta erlebt (Dank an die Organisatoren
um Martin Aufenanger) und auf der 12km-Runde eine saubere Leistung erbracht.
Für die Statistik:
Unter 22 Booten die zweitbeste geruderte Zeit (51:55). Die Deggendorfer Mannschaft um Frank Darscheid hat uns nur ganze 16 Sekunden abnehmen können und war erstnach der Hälfte des Rennens mal grade so an uns vorbei gegangen. In der „Welser
Wertung“reichte das allerdings nur für Platz 4. D.h. Das Team aus Rosenheim mitdreifachem „Damenbonus“ hat uns den Schneid abgekauft und die Regatta und damit den Voralpencup für sich entschieden. Was soll´s. Schön war es trotzdem. Und wir greifen 2018 wieder an – am Chiemsee dann hoffentlich nicht wieder bei
oberbayerischem Schnürlregen.
Noch was: Die Deggendorfer waren mit fünf Booten am Start – der RCLK nächstes Jahr unbedingt wieder mit mehr als einem.

Ingolf Wunderlich

Jugendwanderfahrt September 2017

Auf den Spuren von Agnes Bernauer, Römern und Nibelungen

In der letzten Ferienwoche unternahmen 11 Jugendliche Ruderer des Ruderclubs am Lech Kaufering mit 4 Betreuern eine Ruderwanderfahrt auf der Donau. In Vohburg wurden 4 Boote bei starker Strömung in die Donau gelassen. Die erste Etappe führte zum Kloster Weltenburg, wo eine zünftige Brotzeit gemacht wurde. Frisch gestärkt ging es weiter durch den Donaudurchbruch, vorbei an der Befreiungshalle bei Kehlheim bis nach Regensburg. Am zweiten Tag meisterten sie die enge Durchfahrt durch die Steinerne Brücke und die darauffolgenden Stromschnellen. Sie passierten die Walhalla und erreichten abends Straubing. Weitere Tagesziele waren Deggendorf und Vilshofen. Übernachtet wurde in örtlichen Rudervereinen. Engstellen, Strudel und Schiffsverkehr erforderten die volle Konzentration der Steuerleute. Insgesamt wurden 5 Schleusen passiert bevor alle nach ca. 230 km wohlbehalten Passau erreichten.

Florian Pielmeier

Wanderfahrt Vilshofen-Hainburg 29.07. – 08.08.2017

Tagebuch

Sa, 29.07.2017 Vilshofen – Engelhardszell 42 km

Tagelange Regenfälle ließen die Flüsse anschwellen, Hochwassermeldungen kamen in den Medien. Mit diesen Informationen begann unsere Wanderfahrt am Ruderclub in Vilshofen, jedoch bei strahlendem Sonnenschein und sommerlichen Temperaturen.

Zwei Boote, die Sevilla und die Rotex, waren mit im Gepäck von Michael und Anita Waidhauser, Alexander Kipp, Hans-Jürgen Tzschaschel, Ingolf Wunderlich, Karl-Heinz Abe, Hong Gao, Angelika Schaub, Marlene Kaschel, Monika Heim und Andrea Kistler. Unser Team bestand aus elf Personen, d.h. einer machte Landdienst, der z.B. eine Ruderpause brauchte.

Der Steg konnte nicht begangen werden; die erste Schwierigkeit, die Boote richtig einzusetzen und die starke Strömung zu berücksichtigen. Vor allem der Steuermann musste dies bedenken. Außerdem ist die Donau von Natur aus eine „Autobahn“ unter den Wasserwegen.

An diesem ersten Tag ließen wir uns schleusen; an den folgenden bevorzugten wir das Umtragen, konnten wir uns dabei eine Abkühlung und eine „Sitzpause“ verschaffen. Wir übernachteten in der Kohlbachmühle in Untergriesbach noch auf deutscher Seite.

Landdienst: Ingolf mit Hänger

So, 30.07.2017 Engelhardszell – Aschach 50 km

Bis zur Mittagspause hatten wir Schwerarbeit zu leisten. Der landschaftliche Reiz durch die ……schleife, lockte am heutigen Sonntag alle Freizeitkapitäne auf die Donau. Allen voran die Motorbootsteuermänner, die sich wohl vorgenommen haben, Ruderboote zu ärgern. Unsere Schöpfkellen kamen zum Einsatz und die Ruderer auf den Plätzen 1 wurden immer wieder kräftig abgeduscht; bei den täglich steigenden Temperaturen kein Problem.

Angekommen im schönen Landgasthof Dieplinger in Pupping, gab’s zu allererst Mädchenbaden in der Donau; Erfrischung pur; kalt und reißend wie Lech.

Landdienst: Michael mit Hänger

Mo, 31.07.2017 Aschach – Linz 25 km

Unser Ruderclub macht ihre jährlichen Wanderfahrten traditionell nach dem Motto „Sport – Natur – Kultur“ und so war der heutige Plan, nach der kurzen Ruderei, sich nachmittags Linz von der Seite anzusehen, was einem persönlich am liebsten ist. Die einen fuhren mit der Straßenbahn zum Pöstlingberg, die anderen kulturten in der Innenstadt oder suchten nach dem Lokal mit der besten Linzer Torte und dann gab es noch ein Grüppchen, die an der unteren Donaulände das Lentos Kunstmuseum von außen betrachteten, war doch gleich daneben ein Park mit Cocktailbars und Relaxliegen.

Abendessen war im Biergarten Stieglbräu zum Klosterhof. Ein Traum von einem Biergarten mit schattigen Plätzen unter Kastanien mitten in der Innenstadt. Unsere Unterkunft war im Jugendgästehaus bei völlig entspannter Atmosphäre.

Landdienst: Angelika

Di, 01.08.2017 Linz – Grein 52 km

Heute war die Temperatur schon weit über 30°C. Wir nutzten beim Umtragen in einen Altarm der Donau, umramt von einer traumhaften Kulisse mit Hügeln und Burgruine, zur Mittagszeit das kühle Nass im angrenzenden Wallsee. Mit schmackhaften Pizzen und kühle Biere füllten wir unsere Kohlehydratspeicher am Beach-Sport-Center wieder auf.

In der Pension Martha in Grein ließen wir uns Abends nieder und waren sehr angetan von den liebevoll eingerichteten Zimmern und das super tolle Frühstücksbuffet. Hans-Jürgen wurde von einem Wehwehchen an der Handinnenfläche geplagt und Michael fuhr ihn kurzerhand zum Arzt.

Landdienst: Ingolf mit Hänger bis Hainburg

Mi, 02.08.2017 Grein – Melk 43,8 km

Hans-Jürgen wollte seine Hand schonen und machte heute Landdienst.

Wie eingangs schon erwähnt, war das Steuern auf der Donau nicht ganz ungefährlich. Und so war es fürden Steuermann alles andere als entspannend und auch für den Ruderer auf Platz 1. Dank Marlenès Sportuhr hatte sie direkten Vergleich, dass eine Schlaglänge auf dem Lech zwischen 7 und 8 Metern und auf der Donau durchschnittlich bei 15 Metern lag. So kommt eine Begrenzungstonne schon mal schneller näher.

Unterkunft war in der Pension Weißes Lamm.

Ein Umdenken auch bei der Bestellung von Lieblingsgetränken, dass es z.B. einen Unterschied zwischen Holler-Spritz und Holler-Gespritz gibt oder Espresso Macchiato kennt man gar nicht im Land des Kaffee.

Landdienst: Hans-Jürgen

Do, 03.08.2017 Melk – Stein-Mautern 32,1 km

Bei der heutigen Etappe starteten wir erst zur Mittagszeit und man konnte zuvor noch das Stift Melk besichtigen, das einige auch machten. Die anderen genossen die Kühle in seinem Park und Erfrischungsgetränke im Pavillon. In einem Raum des Pavillons, ausgestattet mit einem Flügel und bewundernswerter Wandmalerei kamen sie sogar in den Genuss, dem Ave Maria einer unbekannten Künstlerin bei unverhoffter guter Akkustik zu lauschen.

Die Übernachtung war eine Überraschung hinter unspektakulärer Stadtfassade. Das Tor des Gästehauses Einzinger in Krems-Stein ging auf und wir beschritten eine Einfahrt hinführend zu einem lieblichen Innenhof, mehrere Etagen umsäumt von Arcadengängen, bewachsen mit Hängepflanzen und bunten Blumen.Wir bezogen unsere Zimmer und Appartements und nach dem Abendessen trafen wir uns auf der Dachterrasse. Manchen gefielt sie so gut, übernachteten sie dort – bis ein Gewitter kam.

Das Frühstücksbuffet war super und bei einem Gespräch mit der Wirtin stellte sich heraus, dass dieses Gebäude vom 16. Jhrh. die letzten zehn Jahre mehrmals für Filme mit Barbara Wussow, Erol Sander und vielen anderen Schauspielern Pate stand.

Landdienst: Anita

Fr, 04.08.2017 Stein-Mautern – Klosterneuburg 62,5 km

Heute stieg die Temperatur bis 39°C. Das Umtragen in einen Donau-Altarm versprach nicht wirklich Abkühlung, jedoch viele Adams und Evas am und im Wasser. Auch die Hoffnung auf ein stressfreies Steuern ohne Schifffahrt und im ruhig fließenden Gewässer zerschlug sich, weil sich überall Badegäste befanden, die scheints auch kein Deutsch verstanden und weiterhin reaktionslos sich nicht aus der Baderuhe bringen ließen.

Anspannung auch beim Landdienst. Fremdes Auto, fremde Wegstrecke und ein Hindernis auf der Route, nur wann und welches Hindernis? Beim links Abbiegen war die Donau und versperrte den Weg. „Nehmen Sie die Fähre“ sagte das Navi. Cool. Fähre fahren. Auch nach dem Übersetzen war ein Hindernis auf dem Weg. Absperrung zum Ruderverein Nibelungen. Nach Freundschaftschließen mit einem Ehepaar beim Erkunden, stellte sich heraus, dass der Mann 40 Jahre Mitglied beim RV Nibelungen war, ein Kleingartenhaus fast daneben mit seiner Frau bewohnt und wegen Zwistigkeiten zum anderen Ruderclub „den Piraten“ vor drei Jahren gewechselt hat.

Die Unterkunft im Bürgerhaus Salmeyer in Klosterneuburg war ein Traum. Die liebevolle Einrichtung, der Frühstücksraum mit modernem Buffet und ein gemeinschaftlicher Garten mit Relaxzonen und Sitzgruppe versprachen zwei wundervolle Tage. Die Nacht in der Hollywood-Schaukel war auch sehr warm, kühlte es nicht wirklich ab, es hatte immer noch knapp 30°C.

Landdienst: Andrea (Fähre)

Sa, 05.08.2017 Klosterneuburg Ruderpause

Stadtführung in Wien.Treffpunkt Albertinaplatz

Nach der Stadtführung hatten wir freie Zeit. Die einen trafen sich mit Verwandten und Studienkollegen, die anderen machten eine Stadtrundfahrt mit der Tram und die Mittagsschlaf-Fraktion genossen den Schatten der Bäume im Pratergelände.

Wieder in der Unterkunft trafen wir uns im Garten und verzehrten die mitgebrachten Köstlichkeiten.

Landdienst: entfiel

So, 06.08.2017 Klosterneuburg – Hainburg 56 km

Unsere neuen Freunde, das Ehepaar vom Kleingartenhaus, waren uns nochmals behilflich und auch der Verantwortliche des RV Nibelungen kam vorbei. Sie waren sehr hilffsbereit und die Geschichte über die Vereinsunstimmigkeiten gab es gratis dazu.

Die letzte Etappe startete mit dem ersten Ruderschlag mit Regen und zog sich duch den ganzen Tag. Anita wollte ihre Schürfverletzung vom Vortag auskurieren und bot sich für den Transfer an. Auch ihr bescherte aufgrund einer Umleitung eine schöne Fahrt mit einer Fähre. Das Rudern war heute spannend. Im wechsel zwischen Regenjacke an- und ausziehen, einer starken Ströhmung, viel Berufsschiffahrt, jedoch Gott sei Dank kein einziges Freizeit-Motorboot, war die Suche nach Nahrung zur Mittagszeit schwierig. Bei der ersten Anlagestelle war das Gasthaus geschlossen und das zweite Gasthaus überfüllt. Doch nicht weit davon war ein Schiffsrestaurant und alle wurden mit frischen Marillenknödeln versorgt.

Nach dem Abendessen im Hotel „Goldener Anker“ in Hainburg gab es noch eine nächtliche Stadtführung durch Hainburg – dem Tor nach Osten – von einem echten Spielemann, der sich einen Unterhalt durch Stadtführungen und Engagements mit seiner Band „Trollferd … historische Lieder und Tänze“ verdingt.

Landdienst: Anita (Fähre)

Mo, 07.08.2017 Hainburg Ruderpause

Stadtführung in Bratislava

Zum Ziel unserer Reise wurde nicht gerudert, barg es doch einige Risiken für unsere Boote und den Anhänger, als auch fast nur Route durch Industrie- und Gewerbegebiet. So entschlossen wir uns, die sportliche Route in Hainburg zu beenden und mit dem Bus nach Bratislava zur Besichtigung zu fahren. Heute wieder bei hochsommerlichen Temperaturen bekamen wir eine Stadtführung von einer sympathischen jungen Frau und konnten hernach noch die Stadt verunsichern.

Der Goldene Anker war wieder eine feine Adresse, mit ungewöhnlich interessant geschnittenen Appartements, einem tollen Frühstücksraum und überall Gemeinschaftsinseln zum Wohlfühlen, ob Garten, Laube und sogar Sauna. Einziger Nachteil in manchen Zimmern war, dass man vom Fenster des Bettes aus die Fahrgäste der Bahn begrüßen konnte.

Landdienst: entfiel

Di, 08.08.2017 Hainburg – Kaufering Heimreise

Es war wieder eine wunderschöne Reise quer durch Österreich auf der Donau mit 364 Ruderkilometern in 8 Rudertagen und 2 Tagen Stadtführung, Besuche bei Heurigen, viel gebackene Hähnchen, Holler-Soda, kleiner Brauner und Marillenknödel.

Aki