Kategorie-Archiv: Presse

Mit 90 Jahren noch im Ruderboot

21. Oktober 2019

Erich Schallermeir feierte seinen 90 Geburtstag mit sportlicher Aktivität

90 Jahre wurde Erich Schallermeir am vergangenen Freitag. Mit einer Achtermannschaft des Ruder Club am Lech Kaufering e.V. legte er noch 16 km auf dem Lechstau zurück. Schallermeir war Lehrer und Rektor an der hiesigen Hauptschule und seit 1966 viele Jahre für die SPD im Gemeinderat. Motorradfahren war sein Hobby gewesen. Auf ausgedehnten Touren mit seiner Frau Irmgard und Freunden auf starken Maschinen legte er viele Kilometer im Alpenvorland und anderen Landschaften zurück. Nach seiner Pensionierung suchte er nach neuer Aktivität und fragte im Ruder Club am Lech Kaufering, ob man mit 67 Jahren noch diesen Sport ausüben könnte. Natürlich kann man das. In diesen 23 Jahren bis heute hat Schallermeir weit über 25.000 km auf dem heimischen Revier und vielen Wanderfahrten auf anderen Seen und Flüssen zurückgelegt. Einmal ruderte er sogar mehr als 2.000 km in einem Jahr und wurde Kilometerpreisträger. Beim Ausbau des Boothauses zeigte er sein handwerkliches Können. Schwingfußboden und Deckenvertäfelung zeigen seine Handschrift. Das Alter kein Hinderungsgrund für die Ausübung des Rudersportes ist, zeigt Erich Schallermeir das ganze Jahr über „solang das Wasser noch flüssig ist“ (Originalton E.S.). Es seien ihm noch viele Ruderkilometer in Kreise seiner Ruderfreunde gewünscht und gegönnt.

Ulrich Wallenda

 

Auf den Spuren des Weltmeisters

Piet Berden vom RCLK Kaufering steht bei der deutschen Meisterschaft im A-Finale

Nach Robert Sens (mehrfacher Weltmeister) Ende der 1990er-Jahre und Theis Hagemeister in den 2010er-Jahren rudert wieder ein Sportler des Ruder Clubs am Lech Kaufering an der deutschen Spitze mit: Piet Berden, der bei der deutschen Meisterschaft den Sprung ins A-Finale schaffte.

Der 15-Jährige holte bereits vergangenes Jahr – in seiner ersten Wettkampfsaison – den bayerischen Meistertitel im Einer bei den Junioren C (14 Jahre). Auf verschiedenen Lehrgängen und Regatten in diesem Frühjahr glänzte er mit seinem Partner Philipp Hager aus Regensburg im Zweier-ohne-Steuermann.

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Den vollständigen Artikel gibt es hier zum nachlesen.

Welfenregatta 2018

30 Jahre Ruder Club am Lech Kaufering e.V.

20. Welfenregatta mit fast 50 Booten am Start, Politik war im Gästerennen hochrangig vertreten

Der Ruder Club am Lech Kaufering e.V. feierte am Samstag, den 12. Mai sein 30-jähriges Jubiläum gleichzeitig mit der 20. Welfenregatta. Über 50 Mannschaften von 14 Vereinen aus dem südbayerischen Raum zwischen Lindau und Mühldorf und Gäste aus der Region starteten im Gig-Vierer mit Steuermann auf dem Lech zu Kaufering. Schüler bewältigten 3.000 m, Junioren, Senioren und Masters 6.000 m mit einer Wende nahe der Staumauer des Stausees. Es waren alle Altersgruppen zwischen 15 und über 80 Jahren vertreten.

Im Schüler-Rennen über 3.000 m war die Realschule Kaufering mit Moritz Schneider, Jakob Knapp, Benjamin Bartelsen, Christoph Bals und Stm. Timo Wenker zum ersten Male am Start und errang einen 4. Platz unter 8 Booten. RC Schondorf „Wilde Woge“ belegte den 6. Platz in starker Konkurrenz. Im Junioren Rennen Altersklasse A/B (15 bis 18 Jahre) über 6.000 m dominierte die erfahrene Kauferinger Mixed-Mannschaft Amelie Fiedler, Tim Kaufmann, Benedikt Barby, Leonie Wendl mit Stm. Timo Wenker im Rennboot vor Donau RC Deggendorf, zwei weiteren RCLK-Mannschaften und MRSV Bayern. Die Tagesbestzeit in der offenen Klasse Junioren A, Senioren und Masters erruderte mit 24:39,6 min die RCLK-Mannschaft Axel Roth, Theis und Niels Hagemeister, Korbinian Schütz mit Stm. David Dörfler. Aufgrund des sehr niedrigen Altersdurchnittes kamen sie nach Berechnung (3% für jede Frau im Boot und 0,7% je 10 Jahre Bonus) nur auf Rang 9. In einem Feld von 25 Booten überzeugte nach berechneter Zeit knapp der Schleißheimer RC gefolgt von MRSV Bayern, Rosenheim und der RCLK-Mannschaft mit Dr. Johann Härtl, Ingolf Wunderlich, Jan Hase, Martin Breitschaft und Stm. Sam Hase mit einem Durchschnittsalter von 54,5 Jahren. Das Rennergebnis zeigte eine hohe Leistungsdichte, obwohl die Beteiligten alle nur Freizeit- Breitensportler sind, innerhalb von 4 Minuten kamen alle Boote in das Ziel.

In einem Einlagerennen wagten sich hochrangige Gäste aus Wirtschaft, Industrie und Politik (WIP-Regatta) in ungewohntem Metier. Nach wenigen Trainingseinheiten trauten sich diese Ruderer die Strecke von etwa 600 m zu bewältigen. TEAM-Work pur war verlangt, ohne das Ziel vor Augen zu haben.Von einem Steuermann angefeuert wurde in drei Gruppen regattiert. Den ersten Lauf konnte ein Boot der Firma HILTI vor der Mannschaft der Fa Hunger und der Kaufering Feuerwehr für sich entscheiden. Hochgradig spannend war der Kampf auf der Zielgraden zwischen dem Boot 1 der Feuerwehr und dem Boot Hunger. Im Ziel waren beide gleich auf.

Die zweite Gruppe mit vier Booten wurde dominiert von der Mannschaft der CSU Landsberg/Kaufering mit Frau Gabriele Uitz, Ortsvorsitzende Kaufering, Michael Kießling Bundestagsabgeordneter, Thomas Eichinger, Landrat zu Landsberg am Lech, und Silke Hohagen. Die anderen Mannschaften, das Boot der Marktgemeinde Kaufering mit Bärbel Wagener-Bühler, 1. Bürgermeisterin, Gabriele Triebel, 2. Bürgermeisterin und den Marktgemeinderäten Dr. Patrick Heißler und Anton Wiedmann, dem Boot mit EDV Hauck und Boot 3 der Firma HILTI kam erst mit Abstand durch das Ziel. Im dritten Lauf zeigte die Jugendgruppe der Feuerwehr ihre Dynamik und wies die Boote der VR-Bank und HILTI 3 auf die Plätze. In der Gesamtwertung nach Zeit war die Jugend der Feuerwehr Kaufering der Sieger vor HILTI 1. Den dritten Platz belegt das Boot der CSU gefolgt von der VR-Bank.

Ulrich Wallenda

Ergebnis Welfenregatta 2018

Anfängerkurs 14.-15.04.2018

Der diesjährige Anfängerkurs hatte Glück mit dem Wetter. Bei einem Wolke-Sonne-Mix und angenehmen Temperaturen, ließ die Neulinge guter Stimmung an die Sache rangehen und wurden nicht mit schlechtem Wetter konfrontiert.

 

Drei gesteuerte Vierer kamen zum Einsatz. Mit den Trainern Uli, Ingolf und Michael waren die acht Männer und vier Frauen in guten Händen. Begonnen wurde mit einem kleinen Test auf dem Ergometer. Hier konnten die Trainer schon sehen, wer bereits etwas Trockentraining-Erfahrung mitbrachte. Weiter ging es mit der Besichtigung der Boote, der Skulls und der Einweisung in die Welt der  Fachbegriffe.

Als nächstes wurde Hand angelegt. Mit Ruderbefehle wird eine Gruppe Menschen zu einem Team zusammengeschweißt, denn ab nun sitzen „alle in einem Boot“ und nur gemeinsam, alle gleichzeitig und im gleichen Rhythmus kommt man langsam oder schneller von A nach B. Für manch einen eine völlig neue Erfahrung, kannte man bis jetzt Sportarten wie Radfahren, Schwimmen, Joggen, Krafttraining, wo diese Kriterien nicht ausschlaggebend waren. Das erste Stöhnen hörte man bereits beim Boot tragen. Welch ungewöhnliche Belastung, an einer Hand mit weiteren vier „Mann“ ein über 90 kg schweres Boot zu tragen und über eine Rolle am Steg ins Wasser zu lassen. Dann die Einweisung, wie man ins Boot einzusteigen hat und was man auf keinen Fall darf. Und wieder nur mit Ruderbefehl „fertig machen zum Einsteigen….“

Alle sitzen, oh mein Gott, ist der Sitz hart. „Gibt’s da auch was Weiches zum Draufsitzen?“ war so bei manchem der erste Gedanke. Kaum vom Steg abgestoßen, gab es schon die weiteren Befehle. „In die Auslage – los“. Was ist das denn? Und der Sitz rollt auch noch so schnell, dass meine Knie fast am Kinn…oder ist ein Bauch im Weg? „Ruder halt – stoppen“. Was denn nun schon wieder? Einstellen? Stemmbrett? Wo soll ich meine Füße hintun? Die Skulls gehen locker bis zum Bauch in der Rückenlage. So nun ist endlich alles eingestellt und schon treibt uns die Strömung gen Autobrücke. Die Pfeiler kommen immer näher. Wer weicht aus, die Pfeiler oder wir? Mit den Skulls sind wir mindestens acht Meter breit. Spült es uns da automatisch mittig unter der Autobrücke durch oder müssen wir rudern. Wie? Warum? Wer? Ich auch? Endlich ein erneutes rettendes Kommando des Trainers, der heute Steuermann ist.

Die Zeit vergeht wie im Flug, jeder ist hochkonzentriert und mit neuen Bewegungsabläufen konfrontiert. Spannend wurde es wieder beim Anlegen des Bootes und gemeinsamem Aussteigen und die Erkenntnis, dass nach dem Rudern das Boot schwerer zu tragen als vor dem Rudern ist – nein, es ist kein Wasser im Boot.

Der Zweite Kurstag hatte eine Überraschung parat. Jeder saß auf einem anderen Platz mit einem anderen Teilnehmer davor/dahinter, doch jeder saß wieder auf dem gleichen Po. Der Tag ging auch vorüber – für den Po. Und der ein oder andere war nun motiviert, das Neue weiterzumachen. Ansporn war natürlich auch, dass vom Kursteilnehmerboot Beobachtungseinlagen der fortgeschrittenen Ruderer eingeplant wurden. Sämtliche Bootsklassen/-typen, ob Achter- oder Vierer-Rennboot, ob ein gemütlicheres geselliges fünfer Gigboot, ein sportlicher Zweier oder Einer am Anfängerboot vorbeiruderten, so konnte man nun schon etwas nachvollziehen, was es heißt, gleichzeitig die Skulls ein- und auszuheben, gleichzeitig vor- und hinterrollen auf dem bockharten Sitz und….mit offenem Mund nur noch zu staunen und zu denken, ist doch gar nicht so einfach, wie ich vorher gedacht hatte….

AKi

 

 

 

 

Die Frauenquote gab den Ausschlag

Obwohl ein Kauferinger Boot die Bestzeit erzielte, reichte es nicht für den Sieg bei der Welfenregatta. Das liegt an einer speziellen Regelung im Rudersport. Von Margit Messelhäuser. Der Artikel ist am 29. Mai 2017 im Landsberger Tagblatt erschienen (vollständiger Artikel).

Bierbänke stehen auf der Wiese vor dem Bootshaus, unter einem Zeltdach sind Ergometer aufgebaut, an denen Kinder gerade fleißig Kilometer machen. Die Besucher sind auf der Suche nach Schattenplätzen, an diesem Samstagnachmittag ist es richtig heiß. Eigentlich fehlt nur die Musik und man wäre sich sicher: Der Ruderclub am Lech Kaufering (RCLK) hat zum Sommerfest eingeladen. Auch Ulrich Wallenda sitzt ganz gelassen auf der Bank und plaudert. Allerdings in Wettkampfkleidung: Der Ruderclub am Lech hat zur traditionellen Welfenregatta eingeladen. Und der Regattaleiter wird dabei natürlich auch selbst ins Boot steigen.

In den Gig-Vierern treten in erster Linie Freizeitruderer an, und abgesehen von den Nachwuchsklassen, die eigens gewertet werden, sitzen in der Hauptklasse buchstäblich alle in einem Boot: Neben Mixed-Teams gehen auch reine Männer- und Frauenboote an den Start. Auch das Alter ist nicht vorgegeben, alles wird aber beim sogenannten Welsersystem, nach dem gewertet wird, berücksichtigt. So erhalten die Boote Zeitgutschriften für ältere Starter und auch für jede Frau im Boot. „Und diesmal war auffällig, dass die reinen Damen-Boote weit vorne mitmischten“, sagt Wallenda.

Die Männer sind nicht sehr erfreut

„Bei einigen Männern gab es nach der Auswertung schon ein Grummeln“, sagt Ulrich Wallenda. Dabei muss der Regattaleiter etwas schmunzeln, denn „es kam der Vorschlag, die Regelung mal zu überdenken“. So fuhr das Kauferinger Boot mit Niels und Theis Hagemeister, Axel Roth, Korbinian Schütz und Steuermann David Dörfler zwar die schnellste absolute Zeit – den Gesamtsieg mussten sie aufgrund der Wertung aber einem Damen-Boot aus München überlassen und sich mit dem undankbaren 4. Platz begnügen.

Obwohl es eine Regatta für Freizeitsportler ist – ser Ehrgeiz, vorne mitzumischen, ist bei allen da. Auch bei den „Spätberufenen“, wie zum Beispiel Martin Breitschaft. Er hat erst mit 40 Jahren mit dem Rudersport begonnen, „weil mir mein Arzt dazu geraten hat“. Aufgrund seiner Rückenbeschwerden wurde ihm aus ärztlicher Sicht Sport empfohlen und das hat sich bewährt: „Ich habe keine Probleme mehr“, sagt Breitschaft.

Er startete diesmal zusammen mit Wallenda, Jens Tepe, Ingolf Wunderlich und Steuermann Samuel Hase bei der Welfenregatta. Damit schickte der RCLK Kaufering ein Boot ins Rennen, das bereits bayerischer Meister wurde. Doch für einen Heimsieg reichte es nicht ganz: „Wir hatten auch einen Steuerfehler bei der Wende“, nennt Wallenda einen Grund dafür, dass sich das Boot diesmal „nur“ mit Platz 13 zufriedengeben musste. Was aber in erster Linie an der Wertung nach dem Welsersystem lag, denn das Boot hatte die achtschnellste Zeit erzielt.

Der Ärger darüber war auch schnell wieder verflogen. Wichtiger war, dass die Regatta auch in diesem Jahr wieder ein schöner Erfolg war. „Es gab keine Unfälle und es hat alles gepasst“, freut sich Wallenda.