Wanderfahrt Vilshofen-Hainburg 29.07. – 08.08.2017

Tagebuch

Sa, 29.07.2017 Vilshofen – Engelhardszell 42 km

Tagelange Regenfälle ließen die Flüsse anschwellen, Hochwassermeldungen kamen in den Medien. Mit diesen Informationen begann unsere Wanderfahrt am Ruderclub in Vilshofen, jedoch bei strahlendem Sonnenschein und sommerlichen Temperaturen.

Zwei Boote, die Sevilla und die Rotex, waren mit im Gepäck von Michael und Anita Waidhauser, Alexander Kipp, Hans-Jürgen Tzschaschel, Ingolf Wunderlich, Karl-Heinz Abe, Hong Gao, Angelika Schaub, Marlene Kaschel, Monika Heim und Andrea Kistler. Unser Team bestand aus elf Personen, d.h. einer machte Landdienst, der z.B. eine Ruderpause brauchte.

Der Steg konnte nicht begangen werden; die erste Schwierigkeit, die Boote richtig einzusetzen und die starke Strömung zu berücksichtigen. Vor allem der Steuermann musste dies bedenken. Außerdem ist die Donau von Natur aus eine „Autobahn“ unter den Wasserwegen.

An diesem ersten Tag ließen wir uns schleusen; an den folgenden bevorzugten wir das Umtragen, konnten wir uns dabei eine Abkühlung und eine „Sitzpause“ verschaffen. Wir übernachteten in der Kohlbachmühle in Untergriesbach noch auf deutscher Seite.

Landdienst: Ingolf mit Hänger

So, 30.07.2017 Engelhardszell – Aschach 50 km

Bis zur Mittagspause hatten wir Schwerarbeit zu leisten. Der landschaftliche Reiz durch die ……schleife, lockte am heutigen Sonntag alle Freizeitkapitäne auf die Donau. Allen voran die Motorbootsteuermänner, die sich wohl vorgenommen haben, Ruderboote zu ärgern. Unsere Schöpfkellen kamen zum Einsatz und die Ruderer auf den Plätzen 1 wurden immer wieder kräftig abgeduscht; bei den täglich steigenden Temperaturen kein Problem.

Angekommen im schönen Landgasthof Dieplinger in Pupping, gab’s zu allererst Mädchenbaden in der Donau; Erfrischung pur; kalt und reißend wie Lech.

Landdienst: Michael mit Hänger

Mo, 31.07.2017 Aschach – Linz 25 km

Unser Ruderclub macht ihre jährlichen Wanderfahrten traditionell nach dem Motto „Sport – Natur – Kultur“ und so war der heutige Plan, nach der kurzen Ruderei, sich nachmittags Linz von der Seite anzusehen, was einem persönlich am liebsten ist. Die einen fuhren mit der Straßenbahn zum Pöstlingberg, die anderen kulturten in der Innenstadt oder suchten nach dem Lokal mit der besten Linzer Torte und dann gab es noch ein Grüppchen, die an der unteren Donaulände das Lentos Kunstmuseum von außen betrachteten, war doch gleich daneben ein Park mit Cocktailbars und Relaxliegen.

Abendessen war im Biergarten Stieglbräu zum Klosterhof. Ein Traum von einem Biergarten mit schattigen Plätzen unter Kastanien mitten in der Innenstadt. Unsere Unterkunft war im Jugendgästehaus bei völlig entspannter Atmosphäre.

Landdienst: Angelika

Di, 01.08.2017 Linz – Grein 52 km

Heute war die Temperatur schon weit über 30°C. Wir nutzten beim Umtragen in einen Altarm der Donau, umramt von einer traumhaften Kulisse mit Hügeln und Burgruine, zur Mittagszeit das kühle Nass im angrenzenden Wallsee. Mit schmackhaften Pizzen und kühle Biere füllten wir unsere Kohlehydratspeicher am Beach-Sport-Center wieder auf.

In der Pension Martha in Grein ließen wir uns Abends nieder und waren sehr angetan von den liebevoll eingerichteten Zimmern und das super tolle Frühstücksbuffet. Hans-Jürgen wurde von einem Wehwehchen an der Handinnenfläche geplagt und Michael fuhr ihn kurzerhand zum Arzt.

Landdienst: Ingolf mit Hänger bis Hainburg

Mi, 02.08.2017 Grein – Melk 43,8 km

Hans-Jürgen wollte seine Hand schonen und machte heute Landdienst.

Wie eingangs schon erwähnt, war das Steuern auf der Donau nicht ganz ungefährlich. Und so war es fürden Steuermann alles andere als entspannend und auch für den Ruderer auf Platz 1. Dank Marlenès Sportuhr hatte sie direkten Vergleich, dass eine Schlaglänge auf dem Lech zwischen 7 und 8 Metern und auf der Donau durchschnittlich bei 15 Metern lag. So kommt eine Begrenzungstonne schon mal schneller näher.

Unterkunft war in der Pension Weißes Lamm.

Ein Umdenken auch bei der Bestellung von Lieblingsgetränken, dass es z.B. einen Unterschied zwischen Holler-Spritz und Holler-Gespritz gibt oder Espresso Macchiato kennt man gar nicht im Land des Kaffee.

Landdienst: Hans-Jürgen

Do, 03.08.2017 Melk – Stein-Mautern 32,1 km

Bei der heutigen Etappe starteten wir erst zur Mittagszeit und man konnte zuvor noch das Stift Melk besichtigen, das einige auch machten. Die anderen genossen die Kühle in seinem Park und Erfrischungsgetränke im Pavillon. In einem Raum des Pavillons, ausgestattet mit einem Flügel und bewundernswerter Wandmalerei kamen sie sogar in den Genuss, dem Ave Maria einer unbekannten Künstlerin bei unverhoffter guter Akkustik zu lauschen.

Die Übernachtung war eine Überraschung hinter unspektakulärer Stadtfassade. Das Tor des Gästehauses Einzinger in Krems-Stein ging auf und wir beschritten eine Einfahrt hinführend zu einem lieblichen Innenhof, mehrere Etagen umsäumt von Arcadengängen, bewachsen mit Hängepflanzen und bunten Blumen.Wir bezogen unsere Zimmer und Appartements und nach dem Abendessen trafen wir uns auf der Dachterrasse. Manchen gefielt sie so gut, übernachteten sie dort – bis ein Gewitter kam.

Das Frühstücksbuffet war super und bei einem Gespräch mit der Wirtin stellte sich heraus, dass dieses Gebäude vom 16. Jhrh. die letzten zehn Jahre mehrmals für Filme mit Barbara Wussow, Erol Sander und vielen anderen Schauspielern Pate stand.

Landdienst: Anita

Fr, 04.08.2017 Stein-Mautern – Klosterneuburg 62,5 km

Heute stieg die Temperatur bis 39°C. Das Umtragen in einen Donau-Altarm versprach nicht wirklich Abkühlung, jedoch viele Adams und Evas am und im Wasser. Auch die Hoffnung auf ein stressfreies Steuern ohne Schifffahrt und im ruhig fließenden Gewässer zerschlug sich, weil sich überall Badegäste befanden, die scheints auch kein Deutsch verstanden und weiterhin reaktionslos sich nicht aus der Baderuhe bringen ließen.

Anspannung auch beim Landdienst. Fremdes Auto, fremde Wegstrecke und ein Hindernis auf der Route, nur wann und welches Hindernis? Beim links Abbiegen war die Donau und versperrte den Weg. „Nehmen Sie die Fähre“ sagte das Navi. Cool. Fähre fahren. Auch nach dem Übersetzen war ein Hindernis auf dem Weg. Absperrung zum Ruderverein Nibelungen. Nach Freundschaftschließen mit einem Ehepaar beim Erkunden, stellte sich heraus, dass der Mann 40 Jahre Mitglied beim RV Nibelungen war, ein Kleingartenhaus fast daneben mit seiner Frau bewohnt und wegen Zwistigkeiten zum anderen Ruderclub „den Piraten“ vor drei Jahren gewechselt hat.

Die Unterkunft im Bürgerhaus Salmeyer in Klosterneuburg war ein Traum. Die liebevolle Einrichtung, der Frühstücksraum mit modernem Buffet und ein gemeinschaftlicher Garten mit Relaxzonen und Sitzgruppe versprachen zwei wundervolle Tage. Die Nacht in der Hollywood-Schaukel war auch sehr warm, kühlte es nicht wirklich ab, es hatte immer noch knapp 30°C.

Landdienst: Andrea (Fähre)

Sa, 05.08.2017 Klosterneuburg Ruderpause

Stadtführung in Wien.Treffpunkt Albertinaplatz

Nach der Stadtführung hatten wir freie Zeit. Die einen trafen sich mit Verwandten und Studienkollegen, die anderen machten eine Stadtrundfahrt mit der Tram und die Mittagsschlaf-Fraktion genossen den Schatten der Bäume im Pratergelände.

Wieder in der Unterkunft trafen wir uns im Garten und verzehrten die mitgebrachten Köstlichkeiten.

Landdienst: entfiel

So, 06.08.2017 Klosterneuburg – Hainburg 56 km

Unsere neuen Freunde, das Ehepaar vom Kleingartenhaus, waren uns nochmals behilflich und auch der Verantwortliche des RV Nibelungen kam vorbei. Sie waren sehr hilffsbereit und die Geschichte über die Vereinsunstimmigkeiten gab es gratis dazu.

Die letzte Etappe startete mit dem ersten Ruderschlag mit Regen und zog sich duch den ganzen Tag. Anita wollte ihre Schürfverletzung vom Vortag auskurieren und bot sich für den Transfer an. Auch ihr bescherte aufgrund einer Umleitung eine schöne Fahrt mit einer Fähre. Das Rudern war heute spannend. Im wechsel zwischen Regenjacke an- und ausziehen, einer starken Ströhmung, viel Berufsschiffahrt, jedoch Gott sei Dank kein einziges Freizeit-Motorboot, war die Suche nach Nahrung zur Mittagszeit schwierig. Bei der ersten Anlagestelle war das Gasthaus geschlossen und das zweite Gasthaus überfüllt. Doch nicht weit davon war ein Schiffsrestaurant und alle wurden mit frischen Marillenknödeln versorgt.

Nach dem Abendessen im Hotel „Goldener Anker“ in Hainburg gab es noch eine nächtliche Stadtführung durch Hainburg – dem Tor nach Osten – von einem echten Spielemann, der sich einen Unterhalt durch Stadtführungen und Engagements mit seiner Band „Trollferd … historische Lieder und Tänze“ verdingt.

Landdienst: Anita (Fähre)

Mo, 07.08.2017 Hainburg Ruderpause

Stadtführung in Bratislava

Zum Ziel unserer Reise wurde nicht gerudert, barg es doch einige Risiken für unsere Boote und den Anhänger, als auch fast nur Route durch Industrie- und Gewerbegebiet. So entschlossen wir uns, die sportliche Route in Hainburg zu beenden und mit dem Bus nach Bratislava zur Besichtigung zu fahren. Heute wieder bei hochsommerlichen Temperaturen bekamen wir eine Stadtführung von einer sympathischen jungen Frau und konnten hernach noch die Stadt verunsichern.

Der Goldene Anker war wieder eine feine Adresse, mit ungewöhnlich interessant geschnittenen Appartements, einem tollen Frühstücksraum und überall Gemeinschaftsinseln zum Wohlfühlen, ob Garten, Laube und sogar Sauna. Einziger Nachteil in manchen Zimmern war, dass man vom Fenster des Bettes aus die Fahrgäste der Bahn begrüßen konnte.

Landdienst: entfiel

Di, 08.08.2017 Hainburg – Kaufering Heimreise

Es war wieder eine wunderschöne Reise quer durch Österreich auf der Donau mit 364 Ruderkilometern in 8 Rudertagen und 2 Tagen Stadtführung, Besuche bei Heurigen, viel gebackene Hähnchen, Holler-Soda, kleiner Brauner und Marillenknödel.

Aki