Virus remigii vulgaris – das gemeine Rudervirus

Mögliche Infektions- und Verbreitungswege für das Rudervirus

(JHa) Nachdem der RCLK am 30.04.2015 im Rahmen eines regionalen Firmenevents den Spitzensportler Theis Hagemeister mit gehörigem Presseecho vorgestellt hatte, folgte nun wenige Wochen später schon die nächste Veranstaltung.

Donnerstag, 04. Juni 2015, Fronleichnam. Strahlend blauer Himmel mit Sonnenschein und leichter Brise – die erste Hitzewelle des Jahres. Und damit auch eine ideale Gelegenheit für unsere unermüdlichen Lehrmeister Uli, Michael und Manfred, einmal mehr die ganz große Spritze mit dem Rudervirus anzusetzen:

Kurzfristig waren Interessierte aus Wirtschaft, Politik und Sport zu einem Schnell-Kurs mit anschließendem VIP-Rennen angesprochen worden. Vertreter aus dem Maschinenbau, aus dem Holzhandwerk, des Marktes Kaufering mit Bürgermeister und Gemeinderat und auch ein Spitzen-Triathlet folgten dieser Einladung spontan.

Unter den Gästen fand sich sogleich ein Damen- und ein Herren-Boot zusammen, jeweils unterstützt durch erfahrene Ruderer des Vereins – auf dem Rollsitz ebenso wie am Steuer.

Ob des konkurrenzlos schönen Wetters und der von Beginn an herrschenden guten Laune dauerte es dann doch ein wenig, bis die ersten, vorsichtigen Zugversuche auf dem Ergometer riskiert wurden.

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Erste Demonstration der Bewegung als echte „Trockenübung“ …
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… die, wie man sieht, nicht trocken sein muss!

Schnell war klar: Hier gilt nicht „Hau-Ruck“, hier heißt es mit „viel Gefühl“ anzusetzen. Auch die Virus-Spritze war gesetzt, neugierig ging man nun hinunter in die Bootshalle zur Begutachtung von Booten, Skulls und Rollsitz nebst weiterer Theorie.

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Boot und Skull, das unbekannten Sportgerät
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Im Damenboot geben die Mädels die Richtung vor …
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… während die Herren sich leichter ablenken lassen

Wissen verschlungen, Boot geschultert und über den Steg ab aufs Wasser.

Und schon sah die Welt wieder anders aus – wackelig, ja zaghaft wurden die ersten Bewegungen ausgeführt – um einen herum nur Wasser. Zum Glück waren da erfahrene Kolleginnen und Kollegen und natürlich jeweils ein Steuermann, der erst einmal Sicherheit vermittelte und ein wenig Ordnung ins Stangengewirr sowie auch in den Kopf brachte.

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Letzte Instruktion vor dem Ablegen
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Sortieren im Stangenwald

Das Virus wirkte nun verstärkt, der Ehrgeiz war geweckt – mit höchster Konzentration wurde an der individuellen, aber auch an der im Rudersport so wichtigen gemeinsamen Technik gefeilt. Man merkte gleich, hier saßen professionelle, zielorientierte Menschen in einem Boot, und eben dieses sollte nun in Schwung kommen – immerhin war ja ein Rennen aufgerufen!

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Aufmerksames Zuhören …
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… erleichtert die konzentrierte Umsetzung, auch in schöner Umgebung!

Und so waren bald schon beide Boote in der Lage, sich in ihre Startposition zu manövrieren – die Damen wählten die Innenbahn und überließen den Herren dafür großzügig eine Bootslänge Vorsprung – und die auf der Außenbahn herrschende Gegenströmung. Rudern ist auch Taktik.

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Gelungener Start

Kaum war der Startschuss gefallen, gab es kein Halten mehr, das Virus war nun voll ausgebrochen – es wurde gefightet und geackert, hingefallen und wieder aufgerappelt, es ging um die Ehre. Die Herren setzten sich zunächst, trotz Strömung, kraftvoll vom Damenboot ab.

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Im Wettkampf-Fieber wurde „voll reingehauen“!

Die Damen jedoch, rund um Schlagfrau Kirsten, demonstrierte dann aber in beeindruckender Weise, dass es beim Rudern neben Kraft eben auch und vor allem auf Ruhe und Gleichmäßigkeit ankommt. Vor der Durchfahrt unter der Lechbrücke hatten sich die Damen mit ihren regelmäßigen Zügen stetig heran- und vorbeigerudert, während der Takt im Herren-Vierer immer wieder mal kurz stockte. Nach der Durchfahrt wurde es noch einmal spannend, souverän zogen die Damen ihren Rhythmus bis zur Ziellinie durch, die sie schließlich, unter dem Jubel einer Traube von jugendlichen Badegästen auf dem Bootssteg, überquerten.

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Zieleinlauf unter Applaus

Nach dem nun folgenden Pflichtprogramm „Anlegen und Aufräumen“ versammelte man sich noch in der Abendsonne auf dem Balkon des Bootshauses und genoss bei einem kühlen Getränk den angeregten Austausch über das soeben Erlebte. Das nun wieder etwas abklingende Ruderfieber ließ Raum für Gespräche über den Wert des Ruderns als gesundheitsfördernde Sportart und auch über die Möglichkeiten, die stark teambildende Wirkung im Rahmen des Berufslebens, z. B. für ein Teamcoaching zu nutzen.

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Philosophieren im Bootshaus
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Fröhlicher Austausch über das Erlebte und Erlernte

Einmal mehr konnten die teilnehmenden Gäste all jene, die nicht zu diesem Ereignis gekommenen waren, von Herzen bedauern, da sie ein herrliches Event und einen wunderbaren Nachmittag versäumt hatten. Und manchmal setzt sich solch ein harmloses Virus dann doch hartnäckig fest.

Jan Hase (JHa), (Text und alle Fotos)