Hochwassertagebuch

18.07.2021, 11:36 Uhr

Trotz starkem Andrang ruderfreudiger Rudekameraden haben wir dem Drängen des Lechflusses
nachgegeben und auf die sonntägliche Ausfahrt verzichtet. Auch war viel Treibholz zu sehen. Als
Kraftübung haben wir vorsorglich das Motorboot aus dem Wasser geholt.
Durchfluss am Pegel Landsberg (Unterhalb der Pitzlinger Staustufe, beim Tiergarten) in der
vergangenen Woche so etwa zwischen 150 (Montag) und 200 m³ (Freitag) pro Sekunde.
Heute zwischen 10:00 Uhr und 10:45: 436 bis 439 m³ pro Sekunde ,
Tendenz leicht steigend.
Bis heute Mitternacht werden zwischen 300 bis 600 m³ erwartet!
Daten entnommen der hompage Wasserwirtschaftsamt Weilheim

18.07.2021, 11:50 Uhr

  • 1999 hatten wir eine Durchflußmenge von 1.100 m³ pro Sekunde
  • 2005 – neuer Steg gebaut – 950 m³ pro Sekunde zu verzeichnen

Da stand das Wasser jeweils bis zum Straßenrand und die tiefste Stelle
der Landrat-Müller-Hahl-Straße – etwa beim Walldorfkindergarten – war
bereits unter Wasser und von der Feuerwehr abgesperrt.
Über das ganze Jahr gesehen werden lediglich Werte zwischen 50 und 100
m³ pro Sekunde gemessen.

19.07.2021

Nachdem am späten Sonntag-Abend, 18. Juli, noch Durchflußmengen von 555 m³ pro
Sekunde am Pegel Landsberg gemessen wurden, klinkt diese Welle nun erfreulicherweise
langsam ab. So gegen 22:00 am gestrigen Sonntag hatte ich am Steg ebenfalls eine bedeutend
stärkere Strömung als am Vormittag (436 m³) erkennen können. Gut, dass wir das MOBO zur
Vorsicht herausgenommen hatten. Interessanterweise waren zu dieser Zeit – 22:00 Uhr – auch viele
„Zaungäste“ an den Rampen gestanden und gesessen.
Heute gegen 10:00 Uhr wurden am Pegel LL immer noch 464 m³ ermittelt.
Ich denke, es wird noch ein paar Tage dauern, bis die Puffer an den Staustufen wieder annehmbare
Mengen ablassen. Am Forggensee wird in „normalen“ Zeiten auch ein zusätzlicher Puffer von 1,5 m in
der Höhe vorgehalten (das war eine Entscheidung nach dem Hochwasser 1999 bei dem bereits
Sandsäcke auf der Ufermauer am Peter-Dörfler-Weg in LL gelegt worden sind). Ich denke, diese dort
vorhandenen Wassermengen werden wohl erst abgeleitet werden müssen.
Angesichts der vom Lech mitgeführten großen Treibholzmengen empfehle ich noch mit dem
Bootewässern etwas zu warten um hier keine Schäden herbei zu führen.
Wie üblich entscheiden wir am Steg ob der Lech oder das Wasser oder beides zum Rudern aktuell
geeignet ist.

P.S. die Geschwindigkeit in Höhe des Steges schätze ich aufgrund der bekannten Durchflußmenge und
des Flußquerschnitts (80 m mal 3 m) für Sonntag 10:00 Uhr auf etwa 10 km/h. Das heist, eine
Gigbootmannschaft müsste schon sehr sauber und konzentriert durchziehen, um sich überhaupt in
Stegnähe zu behaupten, geschweige denn stromauf fahren zu können.
noch’n PS: ein Lob auf den Forggensee, ohne ihn hätten wir unser Bootshaus auf Stelzen bauen
müssen.

Ulrich Wallenda