Kategorie-Archiv: Regatta

Welfenregatta 2019: Ruder-Langstrecke auf dem Lech

Rudern ist eine Kraft-und Ausdauersportart die bevorzugt im Mannschaftsboot stattfindet. Und zwar von Jung und Alt, Mann und Frau sowie Anfängern und Fortgeschrittenen. So auch wieder bei der diesjährigen Welfenregatta auf dem Lech, zwischen Kaufering und der Staustufe 18. Die Strecke die zu bewältigen war ist 6 Km lang, mit einer Wende an eben besagter Staustufe. Ausrichter dieser schon traditionellen Ruderregatta ist der Ruderclub am Lech in Kaufering (RCLK). Sie wird im Vierer mit Steuermann-Booten ausgetragen und zwar über alle Altersstufen: Schüler, sogenannte Junioren (15/16-jährige) sowie Erwachsene, Männer, Frauen aber auch gemischtgeschlechtliche Mannschaften, die getrennt gewertet werden.
Die Bedingungen konnten für eine Regatta nicht besser sein: Milde Frühlingstemperaturen, geringe Strömung und kein Wind auf dem Wasser. Die jüngsten ruderten altersgemäß über eine kürzere Strecke von 3 Km. Hier zeigte sich die Mannschaft des Schleißheimer Ruderclubs als überlegen. Bei den Junioren, gemischte Jungen- und Mädels-Mannschaften über 6 Km waren gleich zwei Boote des RCLK unter den schnellsten. In einer Zeit von 24:30 war das Boot mit Leonie Wendl, Benedikt Barby, Jakob Heim, Piet Berden und Steuerfrau Annika Pielmeier siegreich,

gefolgt von Timo Wenker, Tim Kaufmann, Florian Pielmeier, Felix Weidenmüller und Steuermann Liam Konter mit einer gefahrenen Zeit von 24:52.

Bei den Erwachsenen war internationale Beteiligung zu registrieren: Mannschaften aus Bregenz und sogar aus dem italienischen Genua machten sich an den Start. Unter den Erwachsenen ist nicht unbedingt die schnellste Mannschaft siegreich, es kommt zu einer Gesamtwertung in der das Alter der Ruderer als auch die Anzahl an Frauen in der Mannschaft berücksichtigt wird. Nach dieser Gesamtwertung unter 27 Vieren mit Steuermann/frau waren die Frauen vom Schleißheimer Ruderclub siegreich mit einer Zeit von 27:00. An sechster Stelle das bestplatzierte RCLK-Boot mit Anita Waidhauser, Beate Pielmeier, Monika Heim, Natalie Barby und Steuermann Jakob Heim mit einer gefahrenen Zeit von 28:21. Aber auch die RCLK-Männer Martin Breitschaft, Jan Hase, Jens Tepe, Frank Heidenhain und Steuermann Timo Wenker, mit 25:57 gefahrene Zeit, wurden elfte der Gesamtwertung.
Einige schnelle RCLK-Boote waren unter den gemischten Frauen/Männer-Booten, nämlich Axel Roth, Korbinian Schütz, Niklas Wenker, Simone Sailler und Steuerfrau Leonie Wendl, gefahrene Zeit 25:07, fünfzehnte in der Gesamtwertung und Maria Türk, Sibylle Carolin Schmitt, Benedikt Nieberler, Tristan Cooke mit Steuermann Felix Weidenmüller, gefahrene Zeit 25:58, dreizehnte in der Gesamtwertung. Insgesamt waren 8 Vierer des RCLK unterwegs, was auf eine rege Beteiligung der RCLK-Mitglieder am Regattabetrieb schließen lässt.

Aber nicht nur die Ruderer lassen eine solche Veranstaltung wie die Welfenregatta erfolgreich über die Bühne laufen. Sie impliziert viele helfende Hände:

Von der Verwaltung der Meldungen, Wettkampfrichter,

Zeitmessung, Wasserwacht sowie auch diejenigen die in der zum Restaurant umfunktionierten Turnhalle für das leibliche Wohl sorgten. Unter der Koordinierung des Regattaleiters André Ihde, zeigte sich ein weiteres Mal, daß der RCLK eine derartige Regattaveranstaltung mit einer Beteiligung von ca. 200 Ruderern gut meistern kann.

Frank Heidenhain

Kauferinger Ruderer am Inn-River-Race

Zwei Siege für RCLK-Ruderer bei Saisonauftakt in Passau

Traditionell ist der vom Passauer Ruderverein ausgerichtete Inn-River-Race die erste Standortbestimmung der Ruderer für die kommende Saison. Im Dreiländereck bei Passau messen sich Ruderer aus Deutschland, Österreich, Tschechien und auch Italien über die 5,5 Km lange Strecke auf dem Inn stromabwärts. Dabei starten die Ruderboote nacheinander im Abstand von 30 Sekun-den. Bei frühlingshaften Bedingungen, kein Wind oder Wellen-gang, starteten ganze vier Vierermannschaften vom Ruderclub am Lech in Kaufering. Quer über verschiedene Altersklassen ging der Männer Doppelvierer, Mindestdurchschnittsalter 60 Jahre mit Martin Breitschaft, Ingolf Wunderlich, Jens Tepe und Frank Heidenhain als erster der Kauferinger über die Strecke mit beachtlichen 18 Km/h im Durchschnitt und 27 Ruderschlägen pro Minute. Es reichte für einen knappen zweiten Platz in 18:14 Minuten, keine 5 Sekunden hinter der siegreichen Mannschaft aus Würzburg/Gießen/ Magdeburg/Jena.

Tristan Cooke, Benedikt Niebeler, Sibylle Schmitt und Maria Türk gingen im gemischten Damen und Herren Doppelvierer ohne Gegner auf die Strecke und legten sie in 19:05 Minuten zurück.

Sibylle, Bene, Tristan, Maria
Bene, Moderator, Maria, Sibylle, Tristan

Erfolgreich war ebenfalls der gemischte Doppelvierer, Mindest-durchschnittsalter 43 Jahre, mit Natalie Barby, Sascha Barby, Andrea Kistler, André Ihde und Steuermann Ingolf Wunderlich.

Stm. Ingolf, André, Andrea, Natalie, Sascha

In 21:36 Minuten wiesen sie zwei weitere Boote auf die Plätze. Schließlich starteten ebenfalls im gemischten Doppelvierer, Mindestdurchschnittsalter 55 Jahre mit Michael Waidhauser, Anita Waidhauser, Monika Heim, Jan Hase und Steuermann Jakob Heim.

Stm. Jakob, Jan, Monika, Anita, Michael

Es reichte nur für einen fünften Platz in 21:20 Minuten, allerdings trennten das Siegerboot und der fünfte lediglich 1 Minute und 10 Sekunden und damit war ein sehr enges Feld gegeben.

Gefeiert wurde am Abend bei einem gemeinsamen Besuch im Wirtshaus. Damit sich die Fahrt nach Passau auch lohnt, nutzten fast alle Teilnehmer die Möglichkeit zur Verlängerung des Regatta-tages mit einer Übernachtung in der Jugendherberge auf der Burg Veste Oberhaus. Am Sonntag zeigte sich, dass die Ruderer nicht nur um Siege kämpfen, sondern durchaus auch Genießer sein können. Mit einer Wanderfahrt ging es bei wunderbarem Frühlingswetter auf dem Inn flussaufwärts zu unseren österreichischen Nachbarn nach Schärding. Nach einer Stärkung auf dem sonnigen Marktplatz -eingerahmt von Prachtbauten-, erleichterte die Strömung den Rückweg nach Passau.

Der Saisonauftakt in Passau und die rege RCLK-Beteiligung lässt auf eine spannende Regattasaison 2019 schließen. Nächstes Kräftemessen vor heimischem Publikum für die RCLK’ler wird die Welfenregatta in Kaufering am 18.Mai sein.

                                                     Frank Heidenhain, Monika Heim

Frank Heidenhain, Monika Heim

BaselHead

17.11.2018

Es wird Winter und auch beim Rudersport wird nun weniger draußen trainiert.

Trotzdem gibt es nochmal auf dem Wasser zum Saisonabschluss ein paar letzte aufregende Regatten.

Für Theis Hagemeister aus Kaufering stand zum Ende noch eine große Langstreckenregatta mit 6 km im 8er auf dem Plan inklusive einem Sprint mit 350 Meter. Der BaselHead ist eine junge aber dennoch sehr große internationale Regatta, bei dem auch der legendäre Deutschland 8er mit antritt, um dort seinen Titel zu verteidigen.

Theis Hagemeister hat sich mit ein paar anderen Ruderern aus München zusammengefunden und bilden seit geraumer Zeit den Munich 8.

Die Regatta an sich war ein großer Erfolg für die junge Mannschaft. Bei dem Sprint wurde das Boot 8. knapp hinter den Internationalen Crews, was eine herausragende Leistung ist. Auf der Langstrecke hat es für den 19. Platz gereicht was auch noch als gut zu verzeichnen ist.

„Unter die ersten 20 war unser Ziel“ so Theis.

Der Deutschland 8er gewann übrigens den Sprint als auch die Langstrecke.

Die nächsten Ziele der Mannschaft seien der Heineken Cup in Amsterdam was auch ein tolles Event ist und eventuell eine große Regatta in London.

 Theis Hagemeister

Rose vom Wörthersee – mit Moby Dick auf die Rose

22. Oktober 2018

Von Einem, der Auszog, den Lech kennenzulernen

Als ich im Frühjahr dieses Jahres mein Wohnsitz nach Landsberg am Lech verlegte, hat es schon eine Rolle gespielt dass in der Nähe ein Ruderrevier mit Ruderclub ist. Im Ruderclub Lech in Kaufering (RCLK) wurde ich freundlich aufgenommen, der eine oder andere RCLK´ler kannte mich sogar vom Regattabetrieb. So kam es, dass ich samt meinem Renneiner Moby Dick mein Ruderrevier auf den Lech-Stausee verlegte. Ein ziemlich anderes Rudern als auf der Olympia-Regattastrecke: Unterschiedliche Strömungen, Brückenpfeiler, Schlingpflanzen, Treibholz, Fischleinen und allerlei Vogelwelt auf die Rücksicht zu nehmen ist. Wenn man nichtsahnend in eine Gruppe von vor sich hin dösender Schwäne gerät, ist da plötzlich heftiges Geflatter! Der RCLK ist mehr Breitensport orientiert und die Kameraden besuchen andere Regatten als wir es in der Mastersgruppe der RGM in den letzten Jahren getan haben. So erruderten wir z.B. beim diesjährigen Prienathon am Chiemsee einen guten dritten Platz unter 20 Gig-Vierern. Auch die „Rose vom Wörthersee“, einer 16 km Skiffregatta am Wörthersee in Kärnten wird traditionell von einigen RCLK´lern besucht. Dieser Truppe schloss ich mich für die Rose 2018 an. Wir fuhren mit vier Einern in Richtung Klagenfurt an einem Herbstwochenende bei hervorragendem Wetter und entsprechenden Ruderbedingungen an den Wörther See.

Die Rose wird vom RV Albatros in Klagenfurt ausgerichtet. Der Start ist in Velden am westlichen Ende des Sees. Die Regatta verläuft in W-O-Richtung. Diesmal waren etwa 280 Einer gemeldet die alle vier Minuten, in einem nach Altersklassen sortierten Pool von 20 bis 40 Booten, gestartet werden. So ist gewährleistet, dass sich die Armada Richtung Osten auf dem See verteilt und die Kollisionsgefahr minimiert wird. Ich als Oldie (Altersklasse G) wurde im letzten Bootspool auf die Strecke geschickt.
Wichtig ist, keinen unnötigen Wegverlauf einzuschlagen, d.h. die einstudierten Peilpunkte sind eminent wichtig und hoffentlich nicht durch den Morgenebel unsichtbar. Im ersten Drittel mit einer Schlagzahl von 22 und leichtem Gegenwind gings dahin mit meinem Moby Dick. Schwierigkeiten bereiteten mir Seitenwellen von den Ausflugsdampern, also Rudern mit einer dritten räumlichen Dimension, was wir ja auf der Regattastrecke eher selten üben. Mich brachte das Schaukeln gleich zweimal zum völligen Stillstand. Ab der Mitte der Stecke wurde es total windstill und der See spiegelglatt. Optimale Bedingungen! Lange Schläge bei einer Frequenz von 22 bis 24 machten mir 500m-Zeiten zwischen 2:20 und 2:30 möglich, etwas über 12 Km/h. Den Turm auf dem Pyramidenkogel fest über dem Heck im Blick als Peilpunkt, kam ich nach ziemlich genau nach einer Stunde und zwanzig Minuten beim RV Albatros am östlichen Ende des Wörthersees im Ziel an. Ein tolles Erlebnis!
Die Besten legen diese Strecke in knapp über einer Stunde zurück. Aber auch unter den in diesem Jahr optimalen Bedingungen, ist die eine Stunde auch diesmal nicht gecknackt worden. Ein beachtliches Ergebnis legte unser neuer Ruderkamerad bei der RGM, Heimo Hinterer, als Sieger in der Altersklasse D hin mit einer Stunde und 10 Minuten, bei einer durchschnittlichen Frequenz von 28 Schlägen in der Minute, wie er mir sagte. Respekt! Auch Emanuelle Rousseau für die RGM rudernd, legte die Strecke in beachtlichen 1:28 zurück.
Motto der Rose vom Wörthersee ist „row your race“, rudere dein Rennen. Ein sehr treffender Slogan wie ich meine. Auf dem See ist man zwar in Sichtweite oder gar neben anderen Skiffs, aber letztendlich rudert man ganz allein und bei voller Konzentration beschäftigt mit sich selbst. Ich begreife Rudern als Mannschaftssport und so habe ich über die Jahre größeren Bootsgattungen als den Einer den Vorzug gegeben. Insofern war die Rose als Skiff Regatta ein gänzlich neues Erlebnis für mich. Im nächsten Jahr bin ich wieder dabei!
Frank Heidenhain