Kategorie-Archiv: Regatta

Kauferinger Ruderer am Inn-River-Race

Zwei Siege für RCLK-Ruderer bei Saisonauftakt in Passau

Traditionell ist der vom Passauer Ruderverein ausgerichtete Inn-River-Race die erste Standortbestimmung der Ruderer für die kommende Saison. Im Dreiländereck bei Passau messen sich Ruderer aus Deutschland, Österreich, Tschechien und auch Italien über die 5,5 Km lange Strecke auf dem Inn stromabwärts. Dabei starten die Ruderboote nacheinander im Abstand von 30 Sekun-den. Bei frühlingshaften Bedingungen, kein Wind oder Wellen-gang, starteten ganze vier Vierermannschaften vom Ruderclub am Lech in Kaufering. Quer über verschiedene Altersklassen ging der Männer Doppelvierer, Mindestdurchschnittsalter 60 Jahre mit Martin Breitschaft, Ingolf Wunderlich, Jens Tepe und Frank Heidenhain als erster der Kauferinger über die Strecke mit beachtlichen 18 Km/h im Durchschnitt und 27 Ruderschlägen pro Minute. Es reichte für einen knappen zweiten Platz in 18:14 Minuten, keine 5 Sekunden hinter der siegreichen Mannschaft aus Würzburg/Gießen/ Magdeburg/Jena.

Tristan Cooke, Benedikt Niebeler, Sibylle Schmitt und Maria Türk gingen im gemischten Damen und Herren Doppelvierer ohne Gegner auf die Strecke und legten sie in 19:05 Minuten zurück. Erfolgreich war ebenfalls der gemischte Doppelvierer, Mindest-durchschnittsalter 43 Jahre, mit Natalie Barby, Sascha Barby, Andrea Kistler, André Ihde und Steuermann Ingolf Wunderlich. In 21:36 Minuten wiesen sie zwei weitere Boote auf die Plätze. Schließlich starteten ebenfalls im gemischten Doppelvierer, Mindestdurchschnittsalter 55 Jahre mit Michael Waidhauser, Anita Waidhauser, Monika Heim, Jan Hase und Steuermann Jakob Heim. Es reichte nur für einen fünften Platz in 21:20 Minuten, allerdings trennten das Siegerboot und der fünfte lediglich 1 Minute und 10 Sekunden und damit war ein sehr enges Feld gegeben.

Gefeiert wurde am Abend bei einem gemeinsamen Besuch im Wirtshaus. Damit sich die Fahrt nach Passau auch lohnt, nutzten fast alle Teilnehmer die Möglichkeit zur Verlängerung des Regatta-tages mit einer Übernachtung in der Jugendherberge auf der Burg Veste Oberhaus. Am Sonntag zeigte sich, dass die Ruderer nicht nur um Siege kämpfen, sondern durchaus auch Genießer sein können. Mit einer Wanderfahrt ging es bei wunderbarem Frühlingswetter auf dem Inn flussaufwärts zu unseren österreichischen Nachbarn nach Schärding. Nach einer Stärkung auf dem sonnigen Marktplatz -eingerahmt von Prachtbauten-, erleichterte die Strömung den Rückweg nach Passau.

Der Saisonauftakt in Passau und die rege RCLK-Beteiligung lässt auf eine spannende Regattasaison 2019 schließen. Nächstes Kräftemessen vor heimischem Publikum für die RCLK’ler wird die Welfenregatta in Kaufering am 18.Mai sein.

                                                     Frank Heidenhain, Monika Heim

Frank Heidenhain, Monika Heim

BaselHead

17.11.2018

Es wird Winter und auch beim Rudersport wird nun weniger draußen trainiert.

Trotzdem gibt es nochmal auf dem Wasser zum Saisonabschluss ein paar letzte aufregende Regatten.

Für Theis Hagemeister aus Kaufering stand zum Ende noch eine große Langstreckenregatta mit 6 km im 8er auf dem Plan inklusive einem Sprint mit 350 Meter. Der BaselHead ist eine junge aber dennoch sehr große internationale Regatta, bei dem auch der legendäre Deutschland 8er mit antritt, um dort seinen Titel zu verteidigen.

Theis Hagemeister hat sich mit ein paar anderen Ruderern aus München zusammengefunden und bilden seit geraumer Zeit den Munich 8.

Die Regatta an sich war ein großer Erfolg für die junge Mannschaft. Bei dem Sprint wurde das Boot 8. knapp hinter den Internationalen Crews, was eine herausragende Leistung ist. Auf der Langstrecke hat es für den 19. Platz gereicht was auch noch als gut zu verzeichnen ist.

„Unter die ersten 20 war unser Ziel“ so Theis.

Der Deutschland 8er gewann übrigens den Sprint als auch die Langstrecke.

Die nächsten Ziele der Mannschaft seien der Heineken Cup in Amsterdam was auch ein tolles Event ist und eventuell eine große Regatta in London.

 Theis Hagemeister

Rose vom Wörthersee – mit Moby Dick auf die Rose

22. Oktober 2018

Von Einem, der Auszog, den Lech kennenzulernen

Als ich im Frühjahr dieses Jahres mein Wohnsitz nach Landsberg am Lech verlegte, hat es schon eine Rolle gespielt dass in der Nähe ein Ruderrevier mit Ruderclub ist. Im Ruderclub Lech in Kaufering (RCLK) wurde ich freundlich aufgenommen, der eine oder andere RCLK´ler kannte mich sogar vom Regattabetrieb. So kam es, dass ich samt meinem Renneiner Moby Dick mein Ruderrevier auf den Lech-Stausee verlegte. Ein ziemlich anderes Rudern als auf der Olympia-Regattastrecke: Unterschiedliche Strömungen, Brückenpfeiler, Schlingpflanzen, Treibholz, Fischleinen und allerlei Vogelwelt auf die Rücksicht zu nehmen ist. Wenn man nichtsahnend in eine Gruppe von vor sich hin dösender Schwäne gerät, ist da plötzlich heftiges Geflatter! Der RCLK ist mehr Breitensport orientiert und die Kameraden besuchen andere Regatten als wir es in der Mastersgruppe der RGM in den letzten Jahren getan haben. So erruderten wir z.B. beim diesjährigen Prienathon am Chiemsee einen guten dritten Platz unter 20 Gig-Vierern. Auch die „Rose vom Wörthersee“, einer 16 km Skiffregatta am Wörthersee in Kärnten wird traditionell von einigen RCLK´lern besucht. Dieser Truppe schloss ich mich für die Rose 2018 an. Wir fuhren mit vier Einern in Richtung Klagenfurt an einem Herbstwochenende bei hervorragendem Wetter und entsprechenden Ruderbedingungen an den Wörther See.

Die Rose wird vom RV Albatros in Klagenfurt ausgerichtet. Der Start ist in Velden am westlichen Ende des Sees. Die Regatta verläuft in W-O-Richtung. Diesmal waren etwa 280 Einer gemeldet die alle vier Minuten, in einem nach Altersklassen sortierten Pool von 20 bis 40 Booten, gestartet werden. So ist gewährleistet, dass sich die Armada Richtung Osten auf dem See verteilt und die Kollisionsgefahr minimiert wird. Ich als Oldie (Altersklasse G) wurde im letzten Bootspool auf die Strecke geschickt.
Wichtig ist, keinen unnötigen Wegverlauf einzuschlagen, d.h. die einstudierten Peilpunkte sind eminent wichtig und hoffentlich nicht durch den Morgenebel unsichtbar. Im ersten Drittel mit einer Schlagzahl von 22 und leichtem Gegenwind gings dahin mit meinem Moby Dick. Schwierigkeiten bereiteten mir Seitenwellen von den Ausflugsdampern, also Rudern mit einer dritten räumlichen Dimension, was wir ja auf der Regattastrecke eher selten üben. Mich brachte das Schaukeln gleich zweimal zum völligen Stillstand. Ab der Mitte der Stecke wurde es total windstill und der See spiegelglatt. Optimale Bedingungen! Lange Schläge bei einer Frequenz von 22 bis 24 machten mir 500m-Zeiten zwischen 2:20 und 2:30 möglich, etwas über 12 Km/h. Den Turm auf dem Pyramidenkogel fest über dem Heck im Blick als Peilpunkt, kam ich nach ziemlich genau nach einer Stunde und zwanzig Minuten beim RV Albatros am östlichen Ende des Wörthersees im Ziel an. Ein tolles Erlebnis!
Die Besten legen diese Strecke in knapp über einer Stunde zurück. Aber auch unter den in diesem Jahr optimalen Bedingungen, ist die eine Stunde auch diesmal nicht gecknackt worden. Ein beachtliches Ergebnis legte unser neuer Ruderkamerad bei der RGM, Heimo Hinterer, als Sieger in der Altersklasse D hin mit einer Stunde und 10 Minuten, bei einer durchschnittlichen Frequenz von 28 Schlägen in der Minute, wie er mir sagte. Respekt! Auch Emanuelle Rousseau für die RGM rudernd, legte die Strecke in beachtlichen 1:28 zurück.
Motto der Rose vom Wörthersee ist „row your race“, rudere dein Rennen. Ein sehr treffender Slogan wie ich meine. Auf dem See ist man zwar in Sichtweite oder gar neben anderen Skiffs, aber letztendlich rudert man ganz allein und bei voller Konzentration beschäftigt mit sich selbst. Ich begreife Rudern als Mannschaftssport und so habe ich über die Jahre größeren Bootsgattungen als den Einer den Vorzug gegeben. Insofern war die Rose als Skiff Regatta ein gänzlich neues Erlebnis für mich. Im nächsten Jahr bin ich wieder dabei!
Frank Heidenhain