Kategorie-Archiv: Regatta

Roseninselachter der Ruderer

Traumhaftes Oktoberfestwetter am Starnberger See bescherte den Aktiven und Gästen beste Bedingungenfür die größte deutsche Achterruderregatta (der „Königsklasse“ des Rudersports).

75 Mannschaften mit insgesamt über 650 Ruderern aus Deutschland, Italien, Österreich und sogar aus Australien plus Aktive auch aus China und Japan gingen in den verschiedenen 8-er Bootsklassen von Junioren B (15 u. 16 Jahre) bis Masters H (Mannschafts-Durchschnittsalter 70+)

an den Start.

Ehrensache für den „kleinen“ Ruder Club am Lech Kaufering beim Event des großen Nachbarn in Starnberg, dem Münchener Ruder und Segelverein Bayern, mit einem starken Team anzutreten.

In der Klasse Masters Männer, Altersklasse E (Altersdurchschnitt 55+) landeten die Kauferinger einen recht klaren aber nicht unbedingt erwarteten Erfolg. Die Freude darüber war umso größer (das sieht man auch auf dem Siegerfoto).

Allein die acht Kauferinger Masters plus Steuermann haben mit zusammen ca. 11.000 Ruderkilometern auf dem heimischen Lech in Kaufering natürlich auch ein super Trainingsjahr 2017 hingelegt.

Martin Breitschaft, Robert Zahalka, Hong Gao, Norbert Baumann, Stefan Söhlemann, Thomas Schindele, Jan Hase, Ingolf Wunderlich und Steuermann Robin Hase erreichten das Ziel nach 12 km (von der Seepromenade Starnberg bis zur Roseninsel und zurück) in 51:51,50 min.

Die zahlreichen Wellen durch die Ausflusschifffahrt konnten besser als in den Vorjahren ausgeglichen werden, die anspruchsvolle Wende mit dem ca. 15 m langen Boot lief „rund“ (was etwa drei bis vier Bootslängen Gewinn gegenüber einem direkten Konkurrenten brachte) und die Mannschaft blieb bis zum Zieleinlauf hochkonzentriert und mit vollem Einsatz an den Skulls.

Natürlich wurde ein erster Platz beim „Roseninselachter“ dann auf dem Gelände des MRSV mit zunftiger Blasmusi, Oktoberfestbier (die halbe Maß für 4,-€!), „Spezialburger“, Kuchen, Kaffee usw.usf. in der großen Gemeinschaft der Ruderer aus ganz Deutschland (und darüber hinaus – s.o.) angemessen gefeiert.

Ingolf Wunderlich

RCLK beim Herrschinger Triangel

21.05.2017

Um 1 Sekunde am Doppelsieg vorbei

Das Wetter war wie bestellt sonnig, als sich der Kauferinger Ruderclub in aller Herrgottsfrüh auf den Weg nach Wartaweil machte. 2 km südlich von Herrsching liegt der Herrschinger Ruderclub, der an diesem schönen Tag die Ruderregatta ausrichtete; den Herrschinger Triangel, nach dem Streckenverlauf benannt. Es ist die zweit Regatte der Serie „Voralpenvierer“, einer Gemeinschaftswertung, der Rosenheim mit Mühldorf, Kaufering und Prien noch angeschlossen sind.

Die Mannschaften mussten mit den Booten vom Steg des Ruderclubs zuerst 2 km zum Start in die Herrschinger Bucht rudern. Eine Traumkulisse wurde dort erwartet: Sandstrand, Parkanlage mit Kurparkschlösschen, Dampfersteg, Zuschauer und direkter Blick gen Süden über den Ammersee auf die Berge.

Gestartet sind 3 Boote Jugend und 20 Boote Masters in 2 Blöcken als fliegender Start, d.h. im Abstand von 1 Minute unter Berücksichtigung der Dampfer-An- und Ablegezeiten. Das Boot 1 des RCLK mit Start Nr. 2 startete im 1. Block und so blieb es auch bis Ende des Rennens, konnte man ja nicht erkennen, welche Zeiten die Boote im 2. Block fuhren und man zeitlich und rechnerisch schon überholt wurde. Das stellte sich erst bei der Siegerehrung raus.

Das Boot 3 des RCLK mit der Besetzung Monika Heim, Natalie Barby, Markus Albrecht, Hong Gao und Steuermann Jakob Heim erreichten eine berechnete Zeit von 25:19 min., das Boot 2 mit Angelika Schaub, Helmut Guggenmoos, Martin Breitschaft, Ingolf Wunderlich und Steuermann Timo Wenker eine berechnete Zeit von 23:06 min. und Boot 1 mit Jan Hase, Andrea Kistler, Dr. Johann Härtl, Jens Tepe und Steuermann Samuel Hase erreichten eine berechnete Zeit von 21:52 min. und erhielten einen undankbaren 2. Platz, waren sie nur 1 sec. vom 1. Platz mit 21:51 min. entfernt, den ein Team vom RSC Rosenheim, besetzt mit 3 Frauen, machten. Dafür erhielt Boot 1 des Kauferinger Ruderclubs für die tatsächlich gefahrene Zeit von 23:53 min. den 1. Platz als schnellstes Boot.

AKi

Die Frauenquote gab den Ausschlag

Obwohl ein Kauferinger Boot die Bestzeit erzielte, reichte es nicht für den Sieg bei der Welfenregatta. Das liegt an einer speziellen Regelung im Rudersport. Von Margit Messelhäuser. Der Artikel ist am 29. Mai 2017 im Landsberger Tagblatt erschienen (vollständiger Artikel).

Bierbänke stehen auf der Wiese vor dem Bootshaus, unter einem Zeltdach sind Ergometer aufgebaut, an denen Kinder gerade fleißig Kilometer machen. Die Besucher sind auf der Suche nach Schattenplätzen, an diesem Samstagnachmittag ist es richtig heiß. Eigentlich fehlt nur die Musik und man wäre sich sicher: Der Ruderclub am Lech Kaufering (RCLK) hat zum Sommerfest eingeladen. Auch Ulrich Wallenda sitzt ganz gelassen auf der Bank und plaudert. Allerdings in Wettkampfkleidung: Der Ruderclub am Lech hat zur traditionellen Welfenregatta eingeladen. Und der Regattaleiter wird dabei natürlich auch selbst ins Boot steigen.

In den Gig-Vierern treten in erster Linie Freizeitruderer an, und abgesehen von den Nachwuchsklassen, die eigens gewertet werden, sitzen in der Hauptklasse buchstäblich alle in einem Boot: Neben Mixed-Teams gehen auch reine Männer- und Frauenboote an den Start. Auch das Alter ist nicht vorgegeben, alles wird aber beim sogenannten Welsersystem, nach dem gewertet wird, berücksichtigt. So erhalten die Boote Zeitgutschriften für ältere Starter und auch für jede Frau im Boot. „Und diesmal war auffällig, dass die reinen Damen-Boote weit vorne mitmischten“, sagt Wallenda.

Die Männer sind nicht sehr erfreut

„Bei einigen Männern gab es nach der Auswertung schon ein Grummeln“, sagt Ulrich Wallenda. Dabei muss der Regattaleiter etwas schmunzeln, denn „es kam der Vorschlag, die Regelung mal zu überdenken“. So fuhr das Kauferinger Boot mit Niels und Theis Hagemeister, Axel Roth, Korbinian Schütz und Steuermann David Dörfler zwar die schnellste absolute Zeit – den Gesamtsieg mussten sie aufgrund der Wertung aber einem Damen-Boot aus München überlassen und sich mit dem undankbaren 4. Platz begnügen.

Obwohl es eine Regatta für Freizeitsportler ist – ser Ehrgeiz, vorne mitzumischen, ist bei allen da. Auch bei den „Spätberufenen“, wie zum Beispiel Martin Breitschaft. Er hat erst mit 40 Jahren mit dem Rudersport begonnen, „weil mir mein Arzt dazu geraten hat“. Aufgrund seiner Rückenbeschwerden wurde ihm aus ärztlicher Sicht Sport empfohlen und das hat sich bewährt: „Ich habe keine Probleme mehr“, sagt Breitschaft.

Er startete diesmal zusammen mit Wallenda, Jens Tepe, Ingolf Wunderlich und Steuermann Samuel Hase bei der Welfenregatta. Damit schickte der RCLK Kaufering ein Boot ins Rennen, das bereits bayerischer Meister wurde. Doch für einen Heimsieg reichte es nicht ganz: „Wir hatten auch einen Steuerfehler bei der Wende“, nennt Wallenda einen Grund dafür, dass sich das Boot diesmal „nur“ mit Platz 13 zufriedengeben musste. Was aber in erster Linie an der Wertung nach dem Welsersystem lag, denn das Boot hatte die achtschnellste Zeit erzielt.

Der Ärger darüber war auch schnell wieder verflogen. Wichtiger war, dass die Regatta auch in diesem Jahr wieder ein schöner Erfolg war. „Es gab keine Unfälle und es hat alles gepasst“, freut sich Wallenda.

Wenn vier Politiker im Takt schlagen, kommt Platz Zwei raus

Laienteams aus Wirtschaft, Industrie und Politik durften sich bei der Welfenregatta als Rudersportler versuchen Von Stephanie Millonig. Der Artikel ist am 28. Mai 2017 in Landsberger Tagblatt erschienen (vollständiger Artikel).

„Wir wollen aufs Podest.“ Die Zielvorgabe ist klar, Thomas Eichinger will mit seinem Rudervierer bei der Welfenregatta des Ruderclubs am Lech Kaufering (RCLK) unter die ersten drei. Die Crew aus Politikern tritt im „WIP-Rennen“ (Wirtschaft, Industrie, Politik) gegen sechs weitere Teams an. Auch das Landsberger Tagblatt stellt wie berichtet eine Mannschaft. „Schau mer mal“, meint CSU-Bundestagskandidat Michael Kießling, „schon das Einsteigen ist eine Wissenschaft für sich“. Und bis zum eleganten Ruderer dauere es bestimmt seine Zeit. Elf Meter lang sind die Boote und sie wirken viel zu schmal, um hier als Laie elegant einsteigen zu können.

Einmal haben die Vier gemeinsam geübt, aber Thomas Eichinger hat die Gelegenheit genutzt, dass in seinem Heimatort Schondorf auch ein Ruderclub beheimatet ist, die Wilde Woge. Da habe er noch ein wenig trainiert, erzählt er. Und Schlagmann Hendrik Hohmann, der hat laut Eichinger Rudererfahrung. Die Kauferinger CSU-Vorsitzende Gabriele Uitz kennt zwar Wildwasserfahren mit dem Kajak, aber das sei etwas ganz anderes. „Das Rückwärtsfahren ist sehr spannend.“ Zu den vier Ruderern, die jeder mit zwei Skulls – der Laie würde hierzu vermutlich Paddel sagen – im Takt für den Antrieb sorgen, kommt der Steuermann, der als einziger den Blick nach vorne zum Ziel gerichtet hat. Er wird zugeteilt, beim CSU-Boot sorgt der Vorsitzende des Bayerischen Ruderverbandes, Thomas Stamm, dafür, dass die Politik in die richtige Richtung rudert.

„Vorsicht, Boot kommt“ – Während die Sportruderer ihre langen Boote am Steg des Kauferinger Ruderclubs aus dem Wasser heben, stehen die WIP-Mannschaften beieinander und fiebern ihrem Start entgegen. Ein oder zweimal haben die meisten nur miteinander trainiert. „Mein Vorname ist Programm“, meint Elvis Vulic von der VR-Bank, der als Schlagmann den Takt angeben wird und ein sehr junges Team um sich versammelt hat.

Rote Trikots, blaue Trikots, weiße Trikots – fast alle Mannschaften tragen den Firmennamen auf ihrer Sportkleidung. Corporated Identity ist angesagt, gewissermaßen im wörtlichen Sinne, denn im Rhythmus ihrer Schläge müssen die Ruderer zusammenschwingen. „Never Change a Running System“ – bei Kuka ist man sich offensichtlich sicher, gemeinsam im richtigen Takt zu sein, wie die Aufschrift auf dem Trikot beweist.

Familien mit Kindern haben sich im Schatten niedergelassen, um dem Spektakel zuzusehen, einige Jungs springen ins kalte Wasser. Kauferings Bürgermeister Erwin Püttner bedauert, dass heuer mit dem Gemeinderat nichts zusammengegangen ist, wie in vergangenen Jahren. Kreisrat Christoph Ertl will sehen, wie sich die vier Politiker in eine Boot so machen. Der Vorsitzende des Ruderclubs Kaufering, Michael Waidhauser, und Regattaleiter Ulrich Wallenda freuen sich über das Kaiserwetter für ihren Wettbewerb. Wallenda weist die Hobbyruderer ein. Sie übernehmen Boote, in denen gerade Rennen gefahren worden sind.

Während im Vereinsheim bereits mit der Siegerehrung begonnen wird, gehen die Mannschaften der Firmen Hilti, Hauck, Hunger und Kuka als erstes an den Start. Vom Steg geht es erst flussaufwärts, dann gen Norden und hinter der Brücke geht es los. 600 Meter lang ist die Rennstrecke, die Rudersportler haben eine Langstrecke über 3000 beziehungsweise 6000 Meter bewältigt. Wer setzt von den Wirtschaftsteams seine Kraft am ökonomischten ein? Es sind die drei Männer und eine Frau des Kukateams unter der Leitung von Schlagmann Dieter Hansch. Dann treten der Politikvierer, die Presse-Crew des Landsberger Tagblatts und die Banker an.

Eichinger und sein Team sind das Schnellste, kann in der Gesamtwertung Kuka aber nicht einholen. In drei Minuten und 31 Sekunden schaffen die Sieger die Strecke, die Politiker brauchen drei Minuten 58 Sekunden und machen Platz Zwei, dicht gefolgt von Hilti mit vier Minuten.

Die Premiere des LT-Teams – auch Steuermann Stefan Pentenrieder gab hier zum ersten Mal die Richtung an – , war nicht von Erfolg gekrönt, es wird auf den letzten Platz verwiesen.