Alle Beiträge von Andrea Kistler

Ich bin sehr kreativ, die Freizeit mit Sport auszufüllen

Ruperti-Pokal in Waging 28.10.2017

Zum Saisonschluss über die lange Strecke auf dem See zu Waging zeigten die Ruderer noch einmal ihre Qualitäten.

Es war nicht ganz klar, ob das Rennen überhaupt stattfinden sollte, war Unwetter vorhergesagt. Die Teilnehmer reisten nach Freigabe an und konnten wie geplant in mehreren Blöcken starten.

Mit dem im vorigen Jahr in Betrieb genommenen Gig-Achter zeigten die Kaufering Masters-Ruderer (sog. Alt-Herren-Ruderer) Dr. Hans Härtl (47), Jan Hase (50), Manfred Huber (51), Thomas Schindele (50), Michael Waidhauser (61), Ingolf Wunderlich (63), Martin Breitschaft (54) und Ulrich Wallenda (71) (Durchschnittalter 55,6 Jahre) und mit Steuermann Robin Hase allen anderen gestarteten Mannschaften deutlich die Heckseite. Über insgesamt 18 km führte die Strecke erst zum östlichen Teil des Sees (Waginger See) und dann nach einer Wende zurück, unter einer Straßenbrücke hindurch zum Westende (Tachinger See). Nach einer zweiten Wende dort, ging es zum Startpunkt etwa in der Mitte des Sees zurück. Gleich nach dem Start konnte sich die Achtermannschaft langsam von den anderen fünf Booten absetzen. Da eine Wende mit dem 18 m langen Boot nicht so einfach ist und viel Zeit benötigt, kamen die Gegner schon an die Wendeboje heran, als die Kauferinger ihre Wende noch nicht ganz beendet hatten. Die Ruderer vom Lech konnten den auf den ersten vier Kilometern erkämpften Vorsprung aber halten und auf der langen Strecke stetig ausbauen. Bei der Brücke und dann bei der zweiten Wende lagen schon einige Minuten zwischen dem führenden Boot und dem Nächsten. Starker Gegenwind und Wellen von beträchtlicher Höhe auf dem mittleren Teil waren zu bekämpfen. Manch ein Ruderer blieb dabei auch einmal mit dem Ruder hängen. Doch der Steuermann motivierte die Mannschaft immer wieder und strapazierte dabei seine Stimme bis zum Bruch. Die Auswertung brachte einen klaren Sieg nach absoluter Zeit von 01:16:44 Stunden. Leider reichte es nicht nach berechneter Zeit (hier gibt es einen Bonus für das Durchschnittsalter der Ruderer und die teilnehmenden Damen). Eine Renngemeinschaft aus Würzburg und München hatte hier die Nase vorn, da eben dort einige Damen mit im Boot saßen.

Ein weiterer Doppel-Vierer mit Stm. des RCLK war am Start, konnte sich aber gegen die Konkurrenz bei fast 20 Startern leider nicht durchsetzen. Neu in diesem Jahr war als letzter Starterblock die Wanderruderfahrer, die sich noch Kilometer für dieses Jahr sammeln und auch das schöne Fest nicht entgehen lassen wollten, schließlich ist es das letzte Rennen in dieser Saison. Zudem liebt man als Outdoorsportler die leuchtende Farbenpracht, mit der die Laubbäume die Seen umsäumen.Auf dem Rückweg vom Waginger See, um dann den zweiten Teilabschnitt, den Tachinger See, zu berudern, wurde der Wind stärker, das Wasser unruhiger, das Vorwärtskommen langsamer. Auf der Höhe des Starts, dem Eingang zum Tachinger See, wurden jedoch die Wanderruderfahrer zum Anlanden empfohlen wegen Sturmwarnung. Ein Gedränge am Rudersteg, die großen Wellen und der starke Wind machten ein Warten vor dem Steg zur steuertechnischen Herausforderung.
Das Wichtigste jedoch trotz sportlichem Ehrgeiz, dass Niemand und Nichts zu Schaden kam und das Fest noch schön ausklingen konnte.
uwa + aki

 

 

Auf dem Weg zum Ruderolymp?

Anfang 2015 wurde Theis Hagemeister als größtes Talent und Ausnahme-Ruderer im Juniorenbereich des RCLK interviewt. Das war vor der Qualifikation für die Teilnahme an der Juniorenweltmeisterschaft in Rio. Diese hat damals nicht ganz geklappt.

Wie ist es bei Theis sportlich weitergegangen? Was haben die zwei Jahre (2016/2017) iSenioren-B-Bereich gebracht?

Einige Einblicke in seine Sportlerkarriere gab der Kauferinger Ruderer bei einem Gespräch im Ruderklub im vergangenen September:

Schon die Saison 2015 verlief für Theis trotz verpaßter WM-Chance recht positiv. Dank seines (auch) niederländischen Passes und durch Vermittlung des Würzburger Trainers Falko Kamphuis fand Theis Anschluss an die holländische Jugendnationalmannschaft. Dort trainierte er mit der Achtermannschaft, die in Rio Juniorenweltmeister wurde. Beim Coupe de la Jeunesse im ungarischen Szeged (im Team Holland II) und beim Basel Head ( im Weltmeisterboot) war er dann im U19-Achter erfolgreich.

2016, das erste Jahr als Senior B, brachte Theis weiter deutlich voran. Vor allem wenn man berücksichtigt, dass der Übergang von den Junioren zu den Senioren als besonders schwer gilt. Mit seinem Skullpartner Hans Roth vom Münchene Ruder und Segel Verein „Bayern“ errang er tolle Erfolge: So ein Sieg in Ottensheim/A im Senior-A-Doppelzweier gegen starke internationale Konkurrenz und die gesamte Österreichische Spitze.

Im A-Finale der Deutschen Meisterschaft stand trotz des Startes in einem Ersatzboot (BOOT MIT SCHADEN und widrige Bedingungen in der Vorbereitung) ein 4. Platz zu Buche. U.a. gegen Athleten wie Tim Ole Naske, der 2017 Jahr für den DRV das Finale der Ruder-Weltmeister-schaften in Saratoga/Florida erreichen sollte.

Bei Trainingslehrgänge und mit Starts auf Regatten in Holland blieb Theis 2016 im Blickfeld der dortigen Auswahltrainer. Sicher auch wegen doch zu geringer Präsenz vor Ort fand er aber für ein Auswahlboot der Holländer keine Brücksichtigung. Zwischen Kaufering und Amsterdam zu pendeln, ist für einen Schüler leider nicht dauernd machbar.

Das zweifellos überragende Ergebnis im Ruderjahr 2017 war der 2. Platz (U23) im Einer bei den Niederländischen Kleinbootmeisterschaften. Wesentlich dazu beigetragen hatte, so Theis, das Coaching durch einen international erfolgreichen Rudertrainer, zu dem er durch seine Trainingspartnerschaft mit dem MRSV fand. Theis meint, dass er dadurch seine Rudertechnik noch einmal deutlich präzisieren konnte. Er empfindet das Training selbst nun stärker als wichtige Motivation. Er kann „das Gefühl übers Wasser zu fliegen genießen“, erfährt Leistungssteigerung (auch z. B. auf dem Ergometer) als Erfolgserlebnis, das die damit verbundenen Anstregungen in der Hintergrund treten lässt.

Die weitere Wettkampfsaison 2017 entsprach so nicht Theis´ Vorstellun-gen. Eine Erkrankung brachte Trainingsrückstand und der hohe finan-zielle und zeitliche Aufwand verhinderte Trainingsaktivitäten außerhalb Kauferings – zumal Theis parallel zum Sport auch das Fachabitur an der FOS Landsberg ablegte.

So ganz nebenbei“ aber hielt Theis dann bei den Bayerischen Meisterschaften die Fahne des RCLK hoch: Dreimal stand er auf dem Siegertreppchen – im Einer, im Riemenvierer in Renngemeinschaft mit der RG München v.1972 und im Achter in Renngemeinschaft mit der RGM und dem Regensburger Ruder Club. Einen dreifachen bayerischen Meister im Seniorenbereich gab es bis hahin im RCLK noch nie!

Wie geht es nun weiter, wie sieht die persönliche und ruderische Perspektive für Theis aus, wie ist der Plan?

Für 2018 steht an erster Stelle ein guter Abschluß des Allgemeinen Abiturs. Das ist ein hoher Anspruch, zumal er auch weiter auf sehr hohem Niveau trainieren will! Theis´ Stichworte dazu sind klares Zeit- und Trainingsmanagement für ca. 600-800 Minuten Training in einer Standardwoche (in der Wettkampfvorbereitung und bei Trainingslehr-gängen wird das bedeutend mehr), plus Schule mit Abivorbereitung, plus Arbeiten, um sich seinen Sport leisten zu können.

Dazu eine Zwischenfrage: Was heißt arbeiten?

Tatsächlich schafft Theis neben Schule und Sport noch als Aushilfe in einem Restaurant. Mit Nebenjobs hat er sich wesentlich auch seinen Traum von einem eigenen Renn-Einer von Empacher erfüllt. Rudersport ist eben leider einer, bei welchem man Geld mitbringen sollte und nicht verdienen kann. Und ein kleiner Verein wie der RCLK lebt fast aus-schließlich von Beiträgen seiner Mitglieder. Das macht es schwer, Aus-nahmesportler angemessen zu unterstützen.

Dennoch wird Theis mindestens bis zu einem später angepeilten Studium dem RCLK die Treue halten.

Zurück zum Training: Z.Z. trainiert Theis nur zu einem kleinen Teil auf dem Wasser. Warum?

Zum einen wird ihm bescheinigt, dass er rudertechnisch auf hohem Niveau steht und motorisch/feinmotorisch recht begabt ist. Auch empfindet er beim Bootstraining auf dem Lech viele störende Faktoren, wodurch ihm zu wenig der direkte Fortschritt signalisiert wird. Das hängt auch damit zusammen, dass er im Club keinen wirklich starken Trai-ningspartner auf dem Wasser hat.

Das direkte Feedback „wie bringt mich das Training voran?“ ist ihm starke Motivation.

Die Themen „Wecken der Begeisterung für den Sport, Motivieren der jungen Sportler zum zielstrebigen Trainieren liegen Theis auch für den RCLK-Nachwuchs am Herzen. Schließlich hat er selbst hier seine ruderische Grundausbildung erfahren. Die Trainer müssen befähigt werden, die Kinder und Jugendlichen für den Sport zu begeistern. Begeistern für Freude an der eigenen Leistung, den Leistungsvergleich mit den Sportkameraden. Eine solche Atmosphäre zu schaffen, sieht er als vordringliche Aufgabe. Und: Nicht nur einfach Rudern zu lehren, sondern eine wirklich gute Rudertechnik zu vermitteln und dies als ständige Aufgabe zu sehen (damit s.o. „das Gefühl, über das Wasser zu fliegen“ erlebt werden kann. Die Faszination Rudern entsteht).

Theis wünscht sich für die Zukunft weiter die Wertschätzung seines Engagenemts für den Rudersport, seiner Leistungen, die er im Trikot des RCLK erbringt. Vielleicht auch mehr konkrete Unterstützung, z.B. den Erwerb von Hochleistungsskulls für seinen Einer oder eines modernen Rudergerätes, welches dann natürlich allen ambitionierten Sportlern zur Verfügung stünde.

Es bleibt, Theis Hagemeister alles Gute für ein super Abi und eine starke Rudersaison 2018 zu wünschen – damit er weiter zielstrebig seinen Weg zum „Ruderolymp!“ geht.

Ingolf Wunderlich

Roseninselachter der Ruderer

Traumhaftes Oktoberfestwetter am Starnberger See bescherte den Aktiven und Gästen beste Bedingungenfür die größte deutsche Achterruderregatta (der „Königsklasse“ des Rudersports).

75 Mannschaften mit insgesamt über 650 Ruderern aus Deutschland, Italien, Österreich und sogar aus Australien plus Aktive auch aus China und Japan gingen in den verschiedenen 8-er Bootsklassen von Junioren B (15 u. 16 Jahre) bis Masters H (Mannschafts-Durchschnittsalter 70+)

an den Start.

Ehrensache für den „kleinen“ Ruder Club am Lech Kaufering beim Event des großen Nachbarn in Starnberg, dem Münchener Ruder und Segelverein Bayern, mit einem starken Team anzutreten.

In der Klasse Masters Männer, Altersklasse E (Altersdurchschnitt 55+) landeten die Kauferinger einen recht klaren aber nicht unbedingt erwarteten Erfolg. Die Freude darüber war umso größer (das sieht man auch auf dem Siegerfoto).

Allein die acht Kauferinger Masters plus Steuermann haben mit zusammen ca. 11.000 Ruderkilometern auf dem heimischen Lech in Kaufering natürlich auch ein super Trainingsjahr 2017 hingelegt.

Martin Breitschaft, Robert Zahalka, Hong Gao, Norbert Baumann, Stefan Söhlemann, Thomas Schindele, Jan Hase, Ingolf Wunderlich und Steuermann Robin Hase erreichten das Ziel nach 12 km (von der Seepromenade Starnberg bis zur Roseninsel und zurück) in 51:51,50 min.

Die zahlreichen Wellen durch die Ausflusschifffahrt konnten besser als in den Vorjahren ausgeglichen werden, die anspruchsvolle Wende mit dem ca. 15 m langen Boot lief „rund“ (was etwa drei bis vier Bootslängen Gewinn gegenüber einem direkten Konkurrenten brachte) und die Mannschaft blieb bis zum Zieleinlauf hochkonzentriert und mit vollem Einsatz an den Skulls.

Natürlich wurde ein erster Platz beim „Roseninselachter“ dann auf dem Gelände des MRSV mit zunftiger Blasmusi, Oktoberfestbier (die halbe Maß für 4,-€!), „Spezialburger“, Kuchen, Kaffee usw.usf. in der großen Gemeinschaft der Ruderer aus ganz Deutschland (und darüber hinaus – s.o.) angemessen gefeiert.

Ingolf Wunderlich

Prienathon 2017

„Prienathon“ auf dem Chiemsee – eine feste Größe im Regattaplan der Langstreckenruderer des RCLK

Mit der letzten Regatta im Voralpencup für Gig-Doppelvierer sollte der Sieg 2017 klar gemacht werden. Ein paar kleine Pünktchen lagen die Kauferinger nach drei Rennen (Mühldorf, Herrsching, Kaufering) vor der Crew aus Rosenheim. Wir waren auch richtig gut drauf und mit furiosem Start schnell an der Spitze des gesamtem
Feldes von über zwanzig Booten. Leider kam es aber anders als erhofft. Und trotzdem sind die Kauferinger Ruder-Masters Dr. Hans Härtl, Jan Hase, Martin Breitschaft, Ingolf Wunderlich und Steuer-mann Samuel Hase mit sich und ihrer Platzierung einverstanden und mit bester Laune aus Prien abgereist. Wir haben am Chiemsee wieder eine tolle Regatta erlebt (Dank an die Organisatoren
um Martin Aufenanger) und auf der 12km-Runde eine saubere Leistung erbracht.
Für die Statistik:
Unter 22 Booten die zweitbeste geruderte Zeit (51:55). Die Deggendorfer Mannschaft um Frank Darscheid hat uns nur ganze 16 Sekunden abnehmen können und war erstnach der Hälfte des Rennens mal grade so an uns vorbei gegangen. In der „Welser
Wertung“reichte das allerdings nur für Platz 4. D.h. Das Team aus Rosenheim mitdreifachem „Damenbonus“ hat uns den Schneid abgekauft und die Regatta und damit den Voralpencup für sich entschieden. Was soll´s. Schön war es trotzdem. Und wir greifen 2018 wieder an – am Chiemsee dann hoffentlich nicht wieder bei
oberbayerischem Schnürlregen.
Noch was: Die Deggendorfer waren mit fünf Booten am Start – der RCLK nächstes Jahr unbedingt wieder mit mehr als einem.

Ingolf Wunderlich

Jugendwanderfahrt September 2017

Auf den Spuren von Agnes Bernauer, Römern und Nibelungen

In der letzten Ferienwoche unternahmen 11 Jugendliche Ruderer des Ruderclubs am Lech Kaufering mit 4 Betreuern eine Ruderwanderfahrt auf der Donau. In Vohburg wurden 4 Boote bei starker Strömung in die Donau gelassen. Die erste Etappe führte zum Kloster Weltenburg, wo eine zünftige Brotzeit gemacht wurde. Frisch gestärkt ging es weiter durch den Donaudurchbruch, vorbei an der Befreiungshalle bei Kehlheim bis nach Regensburg. Am zweiten Tag meisterten sie die enge Durchfahrt durch die Steinerne Brücke und die darauffolgenden Stromschnellen. Sie passierten die Walhalla und erreichten abends Straubing. Weitere Tagesziele waren Deggendorf und Vilshofen. Übernachtet wurde in örtlichen Rudervereinen. Engstellen, Strudel und Schiffsverkehr erforderten die volle Konzentration der Steuerleute. Insgesamt wurden 5 Schleusen passiert bevor alle nach ca. 230 km wohlbehalten Passau erreichten.

Florian Pielmeier