Alle Beiträge von Andrea Kistler

Ich bin sehr kreativ, die Freizeit mit Sport auszufüllen

BaselHead

17.11.2018

Es wird Winter und auch beim Rudersport wird nun weniger draußen trainiert.

Trotzdem gibt es nochmal auf dem Wasser zum Saisonabschluss ein paar letzte aufregende Regatten.

Für Theis Hagemeister aus Kaufering stand zum Ende noch eine große Langstreckenregatta mit 6 km im 8er auf dem Plan inklusive einem Sprint mit 350 Meter. Der BaselHead ist eine junge aber dennoch sehr große internationale Regatta, bei dem auch der legendäre Deutschland 8er mit antritt, um dort seinen Titel zu verteidigen.

Theis Hagemeister hat sich mit ein paar anderen Ruderern aus München zusammengefunden und bilden seit geraumer Zeit den Munich 8.

Die Regatta an sich war ein großer Erfolg für die junge Mannschaft. Bei dem Sprint wurde das Boot 8. knapp hinter den Internationalen Crews, was eine herausragende Leistung ist. Auf der Langstrecke hat es für den 19. Platz gereicht was auch noch als gut zu verzeichnen ist.

„Unter die ersten 20 war unser Ziel“ so Theis.

Der Deutschland 8er gewann übrigens den Sprint als auch die Langstrecke.

Die nächsten Ziele der Mannschaft seien der Heineken Cup in Amsterdam was auch ein tolles Event ist und eventuell eine große Regatta in London.

 Theis Hagemeister

Lech-Wanderfahrt

06.10.2018

*Baturnurschen erweitern Rudergebiet*

Es war ein schöner sonniger Herbsttag, als die beiden Herren Schütz und Hagemeister ins Abenteuer aufbrachen. Das Neue zu erforschen, ins Unbekannte hinein.
Bisher war das Ruderrevier des RCLK begrenzt, doch die Baturnurschen machten mal wieder das Unmögliche möglich. An diesem Tag schafften es die beiden nicht nur bis zur Staustufe 18, sondern bis nach Prittriching zur 21. Staustufe und danach wieder flussaufwärts zurück zum Heimatclub. Man beachte, dass der zweier mit Skulls plus reichlich Proviant insgesamt 6 mal um die 500m getragen werden musste. Und das ohne Motorisierung, weil die Boys 2 krasse Maschinen sind.

„Ich denke das Potenzial des Lechs ist noch nicht voll ausgeschöpft“ meint Korbinian Schütz. (21, Trainer und Baturnursche) „wenn man abgeholt wird und nicht wieder zurückfahren muss, kann man sicher noch um einiges weiterkommen.“
Das langfristige Ziel der Grenzgänger ist eigentlich bis auf die Donau zu rudern, das wird sich aber als schwierig erweisen.
“ Da müssten mia 28 Mal Umtragen gruzifix“ meint Theis (21, Supersportler und Baturnursche).
Wann die nächste Safari Tour stattfindet ist noch unklar.
„Wir müssen natürlich Wind und Wetterprognosen sowie die Wassertemperatur genau im Blick behalten um unseren zweiten Versuch zu starten. Ansonsten wird das Vorhaben bis zur Donau vorzudringen scheitern“ sagt Theis zur aktuellen Lage.
Zur Natur sind sich Schütz und Hagemeister einig:
Es ist immer sehr interessant in neue unbefahrene Gebiete einzudringen, so ist es auch beim Lech der Fall. die Natur ist einigermaßen unangetastet in den Zwischenstücken und somit noch sehr geheimnisvoll.
Eine interessante Erfahrung war auch, die Wanderfahrt in einem Rennboot zu unternehmen, da es ständig höchste Konzentration erfordert um das Boot am Laufen zu halten, sowie stark begrenzte Gepäckmitnahme aufgrund des geringen Stauraums. Auch die Brotzeit an Bord erfordert gute Koordination, was aber für die beiden erfahrenen Ruderer keine große Herausforderung darstellt. Ganz im Gegenteil, es ermöglicht ihnen eine weitaus höhere Reisegeschwindigkeit als im Gig-Boot.
Abschließend kann man sagen, dass das Unterfangen ein voller Erfolg war in vielerlei Hinsicht. Die beiden Pioniere haben das Limit des Lechs weiter gepushed und sich dabei selbst auch bis ans Limit gebracht. Die 31 km waren hart erkämpft, denn die zwei Baturnurschen waren am Abend nach 6h Vollgas-Wanderfahren adäquat ermattet. Sie bewerteten das aber als ein „ganz gutes Training“.

K. Schütz / Th. Hagemeister

Rose vom Wörthersee – mit Moby Dick auf die Rose

22. Oktober 2018

Von Einem, der Auszog, den Lech kennenzulernen

Als ich im Frühjahr dieses Jahres mein Wohnsitz nach Landsberg am Lech verlegte, hat es schon eine Rolle gespielt dass in der Nähe ein Ruderrevier mit Ruderclub ist. Im Ruderclub Lech in Kaufering (RCLK) wurde ich freundlich aufgenommen, der eine oder andere RCLK´ler kannte mich sogar vom Regattabetrieb. So kam es, dass ich samt meinem Renneiner Moby Dick mein Ruderrevier auf den Lech-Stausee verlegte. Ein ziemlich anderes Rudern als auf der Olympia-Regattastrecke: Unterschiedliche Strömungen, Brückenpfeiler, Schlingpflanzen, Treibholz, Fischleinen und allerlei Vogelwelt auf die Rücksicht zu nehmen ist. Wenn man nichtsahnend in eine Gruppe von vor sich hin dösender Schwäne gerät, ist da plötzlich heftiges Geflatter! Der RCLK ist mehr Breitensport orientiert und die Kameraden besuchen andere Regatten als wir es in der Mastersgruppe der RGM in den letzten Jahren getan haben. So erruderten wir z.B. beim diesjährigen Prienathon am Chiemsee einen guten dritten Platz unter 20 Gig-Vierern. Auch die „Rose vom Wörthersee“, einer 16 km Skiffregatta am Wörthersee in Kärnten wird traditionell von einigen RCLK´lern besucht. Dieser Truppe schloss ich mich für die Rose 2018 an. Wir fuhren mit vier Einern in Richtung Klagenfurt an einem Herbstwochenende bei hervorragendem Wetter und entsprechenden Ruderbedingungen an den Wörther See.

Die Rose wird vom RV Albatros in Klagenfurt ausgerichtet. Der Start ist in Velden am westlichen Ende des Sees. Die Regatta verläuft in W-O-Richtung. Diesmal waren etwa 280 Einer gemeldet die alle vier Minuten, in einem nach Altersklassen sortierten Pool von 20 bis 40 Booten, gestartet werden. So ist gewährleistet, dass sich die Armada Richtung Osten auf dem See verteilt und die Kollisionsgefahr minimiert wird. Ich als Oldie (Altersklasse G) wurde im letzten Bootspool auf die Strecke geschickt.
Wichtig ist, keinen unnötigen Wegverlauf einzuschlagen, d.h. die einstudierten Peilpunkte sind eminent wichtig und hoffentlich nicht durch den Morgenebel unsichtbar. Im ersten Drittel mit einer Schlagzahl von 22 und leichtem Gegenwind gings dahin mit meinem Moby Dick. Schwierigkeiten bereiteten mir Seitenwellen von den Ausflugsdampern, also Rudern mit einer dritten räumlichen Dimension, was wir ja auf der Regattastrecke eher selten üben. Mich brachte das Schaukeln gleich zweimal zum völligen Stillstand. Ab der Mitte der Stecke wurde es total windstill und der See spiegelglatt. Optimale Bedingungen! Lange Schläge bei einer Frequenz von 22 bis 24 machten mir 500m-Zeiten zwischen 2:20 und 2:30 möglich, etwas über 12 Km/h. Den Turm auf dem Pyramidenkogel fest über dem Heck im Blick als Peilpunkt, kam ich nach ziemlich genau nach einer Stunde und zwanzig Minuten beim RV Albatros am östlichen Ende des Wörthersees im Ziel an. Ein tolles Erlebnis!
Die Besten legen diese Strecke in knapp über einer Stunde zurück. Aber auch unter den in diesem Jahr optimalen Bedingungen, ist die eine Stunde auch diesmal nicht gecknackt worden. Ein beachtliches Ergebnis legte unser neuer Ruderkamerad bei der RGM, Heimo Hinterer, als Sieger in der Altersklasse D hin mit einer Stunde und 10 Minuten, bei einer durchschnittlichen Frequenz von 28 Schlägen in der Minute, wie er mir sagte. Respekt! Auch Emanuelle Rousseau für die RGM rudernd, legte die Strecke in beachtlichen 1:28 zurück.
Motto der Rose vom Wörthersee ist „row your race“, rudere dein Rennen. Ein sehr treffender Slogan wie ich meine. Auf dem See ist man zwar in Sichtweite oder gar neben anderen Skiffs, aber letztendlich rudert man ganz allein und bei voller Konzentration beschäftigt mit sich selbst. Ich begreife Rudern als Mannschaftssport und so habe ich über die Jahre größeren Bootsgattungen als den Einer den Vorzug gegeben. Insofern war die Rose als Skiff Regatta ein gänzlich neues Erlebnis für mich. Im nächsten Jahr bin ich wieder dabei!
Frank Heidenhain