Alle Beiträge von Andrea Kistler

Ich bin sehr kreativ, die Freizeit mit Sport auszufüllen

Deutsche Junioren-Meisterschaft auf dem Baldeneysee zu Essen

Ruderer Jakob Knapp erreicht Endlauf der Deutschen Junioren-Meisterschaft

Unter 15 Booten erreichte die bayerische Auswahl der Junioren (15/16 Jahre) im Leichtgewichts-Doppel-Vierer mit Steuermann das Finale der besten Sechs.

Der kauferinger Junior-B-Ruderer Jakob Knapp (15) startete mit den anderen Jungruderern aus Schweinfurt, München und Nürnberg im Leichtgewichts-Doppelvierer mit Steuermann als Bayernauswahl bei der Deutschen Junioren-Meisterschaft auf dem Baldeneysee zu Essen (Ruhr) bei bestem Ruderwetter. Die Streckenlänge beträgt für diese Altersklasse 1.500 m. In ihrem Vorlauf erreichten sie mit knapp 2 sec zum ersten Boot aus Hessen recht bequem das Halbfinale. Die weiteren Mannschaften durften noch im Hoffnungslauf antreten. Auch im Halbfinale überzeugten die Bayern mit einem 2. Platz hinter einer Hamburger Mannschaft und qualifizierten sich damit für das A-Finale am Sonntag. Wegen der hohen physischen und psychischen Belastung beim Rudersport werden solche Spitzenregatten über mehrere Tage ausgeführt, sodass jede Mannschaft nur einmal am Tag zu starten braucht. Ein Finale hat jedoch seine eigenen Gesetze. Gemäß den erruderten Zeiten in den Vorläufen war ein Platz unter den Medailleinrängen für die Bayern denkbar. Jedoch, war es die Aufregung bei den jungen Sportlern das Finale erreicht zu haben oder war es eine einsame Welle: bei etwa dreihundert Metern Strecke gab es einen Rumps. Jemand hatte einen Krebs gefangen. Hierbei gleitet das Ruderblatt tief unter die Wasseroberfläche und das Boot wird unsanft abgebremst, fast quer zur Bahn lag dann das Boot der Bayern. Als sie wieder am Wettkampf teilnehmen konnten, waren alle anderen fünf deutlich vorbeigezogen. Knapps Mannschaft kämpfte noch hart bis zur Ziellinie, an ein erfolgreiches Aufholen war jedoch nicht mehr zu denken. Mit trotzdem nur 18 sec Rückstand zum Siegerboot mussten sie sich mit dem sechsten Platz begnügen. Da Jakob Knapp in der Gruppe er Junioren B (15/16 Jahre) noch zum jüngeren Jahrgang zählt, werden wir wohl in den kommenden Jahren noch oft von ihm hören dürfen.

In der Altersklasse der Junior-A-Ruderer (17/18 Jahre) versuchte sich Piet Berden vom Ruder Club am Lech Kaufering e.V. mit 30 anderen im Einer Medaillenränge zu erreichen. Er erkämpfte zwar im Hoffnungslauf den 2. Platz und damit das Halbfinale. Dort hatte er aber mit dem Ausgang des Rennens nicht mehr zu tun. Als ebenfalls jüngerer Jahrgang der Altersklasse geben seine ruderischen Qualitäten jedoch Hoffnung für die nächsten Ruderjahre.

Bei den Frauen der U23-Gruppe versuchte sich auch Anika Pielmeier (20) im Vierer mit drei Ruderinnen aus anderen Vereinen. Trotz des kleinen Feldes mit nur vier Booten hatten sie mit der Entscheidung und den Medaillenrängen nichts zu tun.

Während die Jugend in Essen kämpfte, waren die Oldies auf dem heimischen Gewässer, der Lechstaustufe 18 um ihre Fitness bemüht. 21 Ruderer waren auf dem Wasser und große Freude herrschte, da auch der Achter nach langer Pause wieder entstaubt werden konnte. Am 10. und 11. Juli bietet der RCLK wieder einen Schnupperkurs an. Interessenten können sich über die Homepage des RLCK anmelden (www.rclk.de).

Ulrich Wallenda

Kauferinger Ruderer überzeugen in Ottensheim/Donau

Auf der internationalen Regatta auf dem Donaualtarm in Ottensheim bei Linz zeigten die Kauferinger Ruderer, dass sie trotz Corona-Einschränkungen ihre sozusagen im stillen Kämmerlein erarbeitete Leistungsfähigkeit gut präsentieren und beachtliche Erfolge erzielen konnten. Sieg für die Berden-Crew.

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In der Konkurrenz vieler Ruderer aus Österreich und aus den Niederlanden fuhren die Kauferiger Ruderer vorn mit. Aus Deutschland erprobten nicht nur Sportler aus den südlichen Bundesländern, sondern u.a. auch von Mosel und Spree ihre Kondition und Ruderfähigkeiten. Die Sportfreunde aus den Balkanländern, sonst hier zahlreich vertreten, hielten sich verständlicherweise noch zurück.

Maximilian Aigner (25 Jahre); spätberufener Ruderer und ursprünglich Straßen-Radfahrer, stellte seine Zähigkeit unter Beweis. Unter insgesamt 29 Einer-Fahrern reichte ihm im Vorlauf der 2. Platz mit der Zeit von 7:36,38 min zur Qualifizierung für das A-Finale der sog. Leichtgewichte mit fünf anderen Ruderern über die Strecke von 2.000 m. Dies muss besonders gewürdigt werden, da er mit 70 kg Körpergewicht unter den Ruderern als absolutes Leichtgewicht gilt. Bruder Alexander (22); ebenfalls ehemaliger Rennradfahrer, zeigte im Einer noch Trainingsrückstände und musste sich mit dem dritten Platz in der Zeit 7:38,65 min und damit dem Einzug in das B-Finale zufriedengeben. Max überzeugte im A- Finale mit der Zeit von 7:29,06 min, musste aber dem Konkurrenten aus Speyer mit 1:7 sec (etwa ein halben Bootslänge) den Vortritt lassen. Auch Alexander errichte im B-Finale einen zweiten Platz mit der Zeit von 7:35,30 min.

Die Aigner-Brüder starteten auch im Doppelzweier. Unter 13 Booten eruderten sie in der Zeit von 7:37,57 einen Platz im A-Finale. Es reichte dort aber nur zum 5. Platz, da die Belastung der vorherigen Rennen noch in den Knochen steckte.

Junior-B-Ruderer Jakob Knapp (16) hatte sich im Trainingslager bereits für den „Bayern-Vierer“ qualifiziert. Die Mannschaft unter der bayerischen Flagge überzeugte unter insgesamt 10 Booten im Vorlauf mit einem 2. Platz über die Strecke von 1.500 m in der Zeit von 5:00,23 min und erreichte im Endlauf am Sonntag ebenfalls den 2. Platz mit der Zeit von 5:03,95 min hinter einer Crew aus der Ruderhochburg Berlin.

Junior-A-Ruderer Piet Berden (17) stellte mit einer Vierer-Mannschaft aus Schweinfurt und Kaufering den Rest der gestarteten Boote deutlich in den Schatten. Sie überzeugten im Vorlauf und im Endlauf unter insgesamt sechs Booten mit der Zeit von 6:23,95 min resp. 6:28,73 min und unterstrichen damit ihre Anwartschaft auf vordere Plätze bei den in diesem Jahr hoffentlich noch stattfindenden Deutschen Junioren-Meisterschaften. Jakob Knapp und auch Piet Berden starteten je in ihrer Altersklasse auch im Doppelzweier. In engen Feldern verzichteten sie zugunsten der wichtigeren Starts in den Vierern jedoch auf Bord-an-Bord-Kämpfe. Demgemäß hatten sie auf die vorderen Plätze keinen Einfluss.

Beim Ruder Club am Lech Kaufering sind natürlich nicht nur Spitzensportler beheimatet. Großen Wert wird auf die Breitensportaktivitäten gelegt. Unter dem Fokus der Beschränkung auf nur zwei Sportler gleichzeitig im Boot war mit Hilfe von Reservierungsplänen der Ruderbetrieb sehr eingeschränkt, aber doch weitgehend durchgeführt. Zurzeit können wieder alle Bootsgattungen vom Einer bis zum Achter genutzt werden. Auch Anfängerausbildung ist nach vorheriger Absprache wieder möglich. Der Rudersport ist per se bereits kontaktlos und mit Abstand, da die Sportler in einem Boot hintereinander sitzen.

Ulrich Wallenda

2 erfolgreiche Regatten zum Abschluss der Saison

Der Ruderclub am Lech Kaufering hat zum Abschluss der, von schwierigen Umständen geplagten, Saison noch einmal zwei Regatten besucht und erfolgreich bestritten.

Am ersten Wochenende nach den Sommerferien stand nach einer trainingsintensiven Ferienzeit die 51. International Rowing Challenge mit über 1000 Teilnehmern im Österreichischen Villach auf dem Ossiacher See auf dem Plan.

Mit über 20 Sportlern und Betreuern machte man sich am Freitag auf den Weg nach Österreich.

Die Regatta belief sich über die Normalstrecke für die jeweiligen Altersklassen.

Nach den Vorläufen am Samstag standen am Sonntag die Finals an, von denen die Kauferinger Ruderer 7 für sich entscheiden konnten.

Besonders hervorgestochen hat hierbei der Doppelvierer der B-Junioren(15-16 Jahre). Hier konnte sich der Kauferinger Ruderer Piet Berden zusammen mit seinen Teamkollegen aus Schweinfurt (Lorenz Grimm, Julian Waller) und Passau (Gregor Höber) gegen ein starkes internationales Teilnehmerfeld und vor allem die Tschechische Juniorennationalmannschaft durchsetzen und den Pokal entgegen nehmen.

Besonders erfreulich waren die Siege von Charlotte Dienst und Ferdinand Fichtl im Mixed Kinder Doppelzweier. Für die beiden Jung-Athleten war dies der erste Sieg auf internationalem Boden.

Am Wochenende vom 3.-4.10 waren die Sportler vom Lech zu Gast auf der Sprintregatta in Nürtingen.

Dies war die lang ersehnte erste Regatta auf deutschem Boden in diesem von Regattaausfällen geplagten Jahr, was für die Sportler und Trainer eine große Herausforderung darstellte, weil sie keinen Zielwettkampf hatten auf den trainiert werden konnte. Trotzdem musste der Trainingseifer aufrecht gehalten werden.

Mit knapp 30 Personen war, fast ausnahmslos, die komplette Regattamannschaft des Ruderclubs in Nürtingen anwesend.

Bei weitestgehend gutem und beständigen Wetter ruderten die Kauferinger zu insgesamt 15 Siegen und wurden außerdem mit Platz 3 in dem, von der Kreissparkasse Nürtingen gesponserten, Wettbewerb um die erfolgreichsten Einerruderer der Regatta belohnt.

Einen großen Anteil an den Siegen hatten Jakob Knapp, Adam Al Hakim, Florian Pielmeier und Charlotte Dienst, die insgesamt 7 der 15 Siege einfuhren.

Der Ruderclub vom Lech konnte somit seinen Medaillenspiegel auf 30 Siege in der Saison 2020 ausbauen.

Nun steht für die Kauferinger das harte und intensive Wintertraining und die Vorbereitung auf die kommende Saison an, die mit der Deutschen Meisterschaft im Ergometerrudern in Essen im Februar beginnt.

TT

Die Fahrt der zwanzig Schleusen

Die große Wanderfahrt des Ruderclubs am Lech Kaufering führte heuer in der ersten Septemberwoche von Ulm nach Vilshofen. Der Startpunkt Ulm wurde gewählt, weil es zwischen Neuburg und Budapest keinen Streckenabschnitt der Donau gibt, der nicht schon einmal bei Wanderfahrten oder Regatten befahren wurde. Nur der erste Abschnitt, der überhaupt mit einem Ruderboot befahren werden kann, fehlte noch auf der Liste.
Es waren allen Teilnehmern klar, dass die erste Etappe von Ulm nach Lauingen kein Vergnügen sein würde. Sieben Staustufen auf 40 Kilometern erfordern sehr viel Zeit und strapazieren die Geduld. Der Wetterbericht sagte zudem langanhaltenden und ergiebigen Dauerregen voraus … und er behielt Recht. Es regnete ohne Unterlass in Strömen! Wegen des ständig steigenden Pegels wurden von der Leitstelle die Wehre geöffnet und die Sportbootschleusen gesperrt. Nun mussten an jeder Staustufe die zwei Boote um das Wehr herumgetragen werden, was noch einmal mehr Zeit verschlang. Um 15:00 Uhr lagen dann immer noch drei Staustufen und 20 Kilometer vor den durchnässten und frierenden Ruderern. Dieses Pensum war nicht mehr zu bewältigen und die Etappe musste bei Günzburg abgebrochen werden.
Zum Glück besserte sich das Wetter und die weiteren dreizehn Schleusen und rund 300 Kilometer auf dem Weg nach Vilshofen konnten im Lauf der Woche ohne Mühen absolviert werden. Insgesamt eine sehr schöne und harmonische Wanderfahrt, aber so schnell wird kein Kauferinger Ruderer mehr von Ulm nach Lauingen rudern wollen.

Michael Waidhauser

Rudermarathon auf dem Starnberger See

Die Lockerung der Corona-Auflagen machte es möglich: Eine erste Wanderrudertour 2020 führte fünf Kauferinger auf den Münchener Haussee. Das Boot dafür (einen gesteuerten Gig Doppelvierer) stellten die Kameraden vom Münchener Ruder- und Segelverein zur Verfügung. Das ersparte einen aufwändigen Bootstransport aus Kaufering.
Bereits 9.00 wurde bei spiegelglattem See und strahlendem Sonnenschein beim MRSV in Starnberg abgelegt. Zunächst Richtung Süden auf dem Kurs der traditionellen Roselinselregatta, die ersten Kilometer begleitet von jugendlichen Ruderern in Renn-Doppelzweiern, welche ihre ersten Trainingseinheiten nach dem Lockdown absolvierten. Weiter ging es am Westufer des Sees, vorbei an Tutzing, Bernried mit dem Museum Buchheim bis Seeshaupt. Da waren schon 20 km geschafft mit Genussrudern vom Feinsten.
Hunger und Durst verlangten nun nach einem geeigneten Objekt zur Pausen-/Mittagsversorgung Ausschau zu halten. Mit Hilfe von Smartphone und Google fiel die Wahl auf das Restaurant „Zum kleinen Seehaus“, wo die Versorgung zur allgemeinen Zufriedenheit verlief. Die Atmosphäre im und um das Restaurant mit Liegewiese, Badestelle usw. war entspannt – Hygieneregeln galten natürlich, wurden aber gelassen hingenommen.

Nachdem Kalorien aufgetankt, Füße gebadet und ein Erinnerungsfoto gemacht waren (die Fotografin Anita Waidhauser fehlt leider darauf – aber Selfie mit fünf Personen im Wasser stehend hat nicht funktioniert) ging es auf der Ostseite des Sees gen Norden zurück nach Starnberg. Auch hier säumten interessante Objekte den ganzen Uferstreifen: gewaltige Segel-Trimarane, die ohne Corona sicher schon Richtung Adria transportiert worden wären, pompöse Villenanlagen aber auch schöne öffentliche Gemeindestrände und letztendlich, kurz vor Starnberg, die Votivkapelle für den „Kini“.
Aufkommender Wind mit leichtem Wellengang ließ Erinnerungen an andere Rudererfahrungen mit dem Starnberger See aufkommen, nämlich an hohe Wellen aus allen Richtungen, vollgeschlagene Boote einschließlich abgebrochener Wettfahrten bei vorangegangenen Regatten.
Aber der Wettergott war diesmal auf der Seite der Ruderer. Zudem pflügten nur wenige Motorboote und gerade mal zwei Dampfer der Seenschifffahrt die Fluten, so dass der Anleger des MRSV nach knapp 42 km von fünf Ruderern mit leicht schmerzenden Hintern und etwas wunden Handflächen aber ansonsten glücklich und zufrieden erreicht wurde – und mit ersten Ideen für künftige Touren im Kopf.

Ingolf Wunderlich