Die Fahrt der zwanzig Schleusen

Die große Wanderfahrt des Ruderclubs am Lech Kaufering führte heuer in der ersten Septemberwoche von Ulm nach Vilshofen. Der Startpunkt Ulm wurde gewählt, weil es zwischen Neuburg und Budapest keinen Streckenabschnitt der Donau gibt, der nicht schon einmal bei Wanderfahrten oder Regatten befahren wurde. Nur der erste Abschnitt, der überhaupt mit einem Ruderboot befahren werden kann, fehlte noch auf der Liste.
Es waren allen Teilnehmern klar, dass die erste Etappe von Ulm nach Lauingen kein Vergnügen sein würde. Sieben Staustufen auf 40 Kilometern erfordern sehr viel Zeit und strapazieren die Geduld. Der Wetterbericht sagte zudem langanhaltenden und ergiebigen Dauerregen voraus … und er behielt Recht. Es regnete ohne Unterlass in Strömen! Wegen des ständig steigenden Pegels wurden von der Leitstelle die Wehre geöffnet und die Sportbootschleusen gesperrt. Nun mussten an jeder Staustufe die zwei Boote um das Wehr herumgetragen werden, was noch einmal mehr Zeit verschlang. Um 15:00 Uhr lagen dann immer noch drei Staustufen und 20 Kilometer vor den durchnässten und frierenden Ruderern. Dieses Pensum war nicht mehr zu bewältigen und die Etappe musste bei Günzburg abgebrochen werden.
Zum Glück besserte sich das Wetter und die weiteren dreizehn Schleusen und rund 300 Kilometer auf dem Weg nach Vilshofen konnten im Lauf der Woche ohne Mühen absolviert werden. Insgesamt eine sehr schöne und harmonische Wanderfahrt, aber so schnell wird kein Kauferinger Ruderer mehr von Ulm nach Lauingen rudern wollen.

Michael Waidhauser